Trendwende Sinkende Nachfrage nach Luxusimmobilien

Der Boom von Wohnungen in Großstädten scheint ein Ende zu finden. Laut einer Studie gibt es in den meisten Metropolen einen deutlichen Rückgang bei der Nachfrage nach Eigentumswohnungen im Luxussegment.
Sinkende Nachfrage im Luxussegment: Main Plaza in Frankfurt

Sinkende Nachfrage im Luxussegment: Main Plaza in Frankfurt

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Steigende Preise und wirtschaftliche Unsicherheiten belasten zunehmend auch den Immobilienmarkt. In fünf der sieben deutschen Top-Metropolen Deutschlands ist die Nachfrage nach Luxusneubauwohnungen von Januar bis April 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zum Teil stark gesunken. Das zeigt eine Auswertung des Immobilienportals Immoscout24, in der neu gebaute Eigentumswohnungen mit Quadratmeterpreisen ab 10.000 Euro berücksichtigt wurden.

Die Quadratmeterpreise für Neubau-Eigentumswohnungen stiegen in den vergangenen fünf Jahren der Studie zufolge kontinuierlich an. In München seien die Preise zwischen 2017 und 2022 beispielsweise um 25 Prozent gestiegen, in Berlin oder Düsseldorf sogar um mehr als 70 Prozent. Steigende Kreditzinsen, Lieferkettenprobleme sowie Kostensteigerungen bei Bau- und Energieprodukten belasteten den Markt nun aber zunehmend. Am stärksten bekämen diese Entwicklung der Neubau und das Luxussegment zu spüren – damit deutet sich eine Trendwende auf dem deutschen Immobilienmarkt an.

In Düsseldorf ging die Nachfrage, gemessen in Kontaktanfragen pro Woche, laut Immoscout24 im Schnitt um 73 Prozent, in Köln um 46 Prozent, in Frankfurt am Main um 44 Prozent und in Hamburg um 26 Prozent zurück. Berlin und München bildeten die einzigen Ausnahmen. In der Bundeshauptstadt habe die Nachfrage mit knapp 12 Prozent leicht zugelegt, wohingegen sich die Nachfrage in München fast verdoppelt habe.

In der Metropole an der Isar seien Quadratmeterpreise über 10.000 Euro mittlerweile keine Seltenheit mehr. Im ersten Quartal 2022 habe der Quadratmeterpreis für Neubau-Eigentumswohnungen in München bereits im Durchschnitt bei 8.600 Euro gelegen. In Berlin waren es zu diesem Zeitpunkt ca. 5.925 Euro.

Vermarktungszeit fast verdoppelt

"Das Luxussegment bekommt die Auswirkungen des Ukraine-Krieges, das Ende der historisch niedrigen Zinsen sowie die Inflation momentan am deutlichsten zu spüren. Eine Abkühlung der Nachfrage und längere Vermarktungszeiten bei Luxusimmobilien sind jedoch noch kein Zeichen für sinkende Preise.", sagt Thomas Schroeter, Geschäftsführer von Immoscout24.

Aufgrund der sinkenden Nachfrage müssen Verkäufer laut der Untersuchung ihre Inserate länger laufen lassen, um einen Käufer zu finden. Das sei in Frankfurt am Main und Köln am deutlichsten zu beobachten. In Frankfurt habe sich die Vermarktungszeit für Luxus-Eigentumswohnungen mit 121 Tagen im Vergleich zu 63 Tagen im Vorjahr fast verdoppelt. In Köln blieben Inserate für Neubau-Eigentumswohnungen durchschnittlich 115 Tage online – die Zahl hat sich ebenfalls fast verdoppelt. In Hamburg blieben Eigentumswohnungen aus dem Top-Segment im Schnitt 12 Tage länger online, in Berlin rund eine Woche.

hr
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