Dienstag, 17. September 2019

Steigende Marktpreise im Umland der Großstädte Der Immobilien-Boom erreicht das platte Land

Neubausiedlung in Heldburg, Thüringen: Auch auf dem Land steigen laut Bundesbank die Immobilienpreise inzwischen zum Teil kräftig.

Die Immobilienpreise in den deutschen Städten steigen etwas langsamer, doch auf dem Land schießen sie kräftig nach oben. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank hervor. Die Wohnungsnachfrage habe sich im vergangenen Jahr wegen des bereits überaus hohen Preisniveaus in den Städten teilweise ins Umland verlagert.

Dagegen sind die Preise in Berlin 2018 langsamer gestiegen als noch im Vorjahr. Das teilte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte am Montag mit. Dennoch wurden Eigentumswohnungen in der Hauptstadt noch um 10 Prozent teurer, Mietwohnhäuser um 8 Prozent und Ein- und Zweifamilienhäuser 12 Prozent. Hintergrund seien die gute Wirtschaftslage, niedrige Zinsen und wachsende Einwohnerzahlen. Insgesamt floss 2018 gemäß Auswertung der Kaufverträge in den Berliner Wohnungsmarkt so viel Geld wie noch nie - 19 Milliarden Euro.

Die Bundesbank warnt schon seit geraumer Zeit vor übertrieben hohen Preisen in den deutschen Städten. Nicht nur in Berlin lägen die Preise nach wie vor deutlich über dem Niveau, das durch Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Faktoren gerechtfertigt sei. Auch die Metropolen Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart sprengten es um 15 bis 30 Prozent.

Problematisch bleibt nach Ansicht der Bundesbank die Schere zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt. Zwar habe sich das Wohnraumangebot gegenüber dem erhöhten Niveau von 2017 wohl weiter ausgeweitet, könne mit der nach wie vor kräftigen Nachfrage aber nicht Schritt halten.

cr/afp

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