Rolf Elgeti Privat-Deals des TAG-Chefs drücken Aktie

Er gilt als deutsches Wunderkind und Star der Börse, doch nun stehen schwere Vorwürfe gegen Rolf Elgeti im Raum: Der Chef der Immobiliengesellschaft TAG soll sich durch private Geschäfte bereichert haben. Aktionäre ergreifen die Flucht.
Rolf Elgeti: Der TAG-Chef streitet Interessenkonflikte ab

Rolf Elgeti: Der TAG-Chef streitet Interessenkonflikte ab

Foto: TAG Immobilien

Frankfurt am Main - Ein angeblicher Interessenkonflikt von Vorstandschef Rolf Elgeti lastet schwer auf der Aktie des Hamburger Wohnimmobilienunternehmens TAG Immobilien. Die "Welt am Sonntag" berichtete, Elgeti habe privat von Wiener Geschäftsleuten ein Hochhaus in Rostock gekauft, denen die TAG zuvor unnötig teuer zwei Immobilienportfolien abgekauft habe.

Die TAG-Aktie  stürzte daraufhin am Montag um 10 Prozent auf 8,30 Euro. "So ein Bericht schadet natürlich dem Vertrauen der Anleger in das Unternehmen", sagte ein Händler. Eine Sprecherin der TAG bezeichnete die Vorwürfe als unfair und teilweise falsch. "Es gibt aus unserer Sicht keine Interessenkonflikte." Elgeti habe den Kauf der Immobilie mit dem Aufsichtsrat abgestimmt.

Für die Wohnungspakete in Chemnitz und Eberswalde seien auf Basis eines Gutachtens keine überhöhten Preise bezahlt worden. Der Zeitung hatte Elgeti gesagt, er habe sich bei dem Geschäft nicht persönlich bereichert.

Undurchsichtiges Firmengeflecht

Dem Bericht zufolge hat Elgeti für fast 3,5 Millionen Euro ein Hochhaus in Rostock von dem österreichischen Investor Nemat Farrokhnia gekauft. Von dem gleichen Verkäufer habe die TAG mit ihrem Vorstandschef Elgeti ein Jahr zuvor für 30 Millionen Euro das "Brandenburgische Viertel" mit mehr als 1000 Wohnungen in Eberswalde erworben. Dabei sei das Portfolio erst wenige Wochen vorher über die BNP Real Estate auf dem Markt angeboten worden. Farrokhnia und sein Geschäftspartner Wolfgang Hahn hätten es für 25 Millionen Euro gekauft und fünf Millionen teurer an die TAG weitergereicht.

Zuvor habe Hahn der TAG schon 430 Wohnungen in Chemnitz für 23,75 Millionen Euro verkauft, die er gerade erst für gut 19 Millionen gekauft hatte. Nach Angaben von Elgeti und Aufsichtsratschef Lutz Ristow konnte die TAG das Objekt in Rostock unter anderem deshalb nicht selbst kaufen, weil es zu klein sei.

Der Vorstandschef ist laut dem Bericht mit eigenem Geld an rund 20 Immobilienfirmen beteiligt, um die er sich in seiner Freizeit kümmert. Der seit 2009 amtierende Elgeti hat die TAG Immobilien mit zahlreichen Kapitalerhöhungen stark ausgebaut und den Aktienkurs mehr als vervierfacht.

mahi/rtr
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