KfW-Förderung Wer bekommt noch einen Zuschuss für den Hausbau?

Obwohl das KfW-Fördervolumen für energiesparende Neubauten an nur einem Tag ausgeschöpft war, können einige Hausbauer sich weiterhin auf einen Zuschuss freuen – sofern sie die neuen scharfen Richtlinien erfüllen können.
Qualitätssiegel "Nachhaltiges Gebäude": Die Liste der Richtlinien ist endlos lang

Qualitätssiegel "Nachhaltiges Gebäude": Die Liste der Richtlinien ist endlos lang

Foto: Jochen Tack / imago images

In wenigen Stunden waren eine Milliarde Euro Fördermittel der Kreditanstalt KfW für energieeffiziente Neubauten verteilt. Bauherren neuer Wohnungen und Häuser haben in der vergangenen Woche so viele Anträge auf Zuschüsse zur Finanzierung von Häusern mit geringem Wärme- und Energiebedarf eingereicht, dass die Förderbank die Bremse zog und das Programm wieder beendete.

Insgesamt konnten 6400 Anträge von der KfW bewilligt werden, erklärt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Aber wie geht es nun weiter für alle anderen Bauherren? Wer bekommt noch einen Zuschuss?

Das Ministerium von Robert Habeck (52) hat seine Förderpolitik zwischenzeitlich neu sortiert. Offensichtlich hatte dort keiner damit gerechnet, dass die Mittel für die erste Stufe des neuen Förderplans in nicht einmal 24 Stunden erschöpft waren. Nun startet die zweite Stufe früher als geplant.

Dabei gelten von jetzt an schärfere Kriterien: Mittel für energieeffiziente Neubauten gibt es nur noch im Paket mit dem Qualitätssiegel "Nachhaltiges Gebäude". Die Förderung erfolgt als zinsgünstiger Kredit in Höhe von 12,5 Prozent der Kosten. Die Höchstgrenze beträgt 150.000 Euro pro Wohneinheit bei Wohngebäuden und 30 Millionen Euro bei Nichtwohngebäuden.

Eine Deckelung der Fördersumme ist aus Sicht der Fachleute dieses Mal nicht nötig: Man rechne nicht damit, dass das Programm bereits nach wenigen Tagen ausgeschöpft sei, sagte ein Sprecher der staatlichen Förderbank KfW. Der Grund: Kaum jemand kann noch die neuen Anforderungen erfüllen, ohne dafür ein Vermögen auszugeben.

Das wird klar, sobald man sich die Definition vom "Nachhaltigen Gebäude" genauer anschaut. Das Qualitätssiegel definiert Kriterien zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen und des Energiebedarfs, aber auch Schadstoffvermeidung in Baumaterialien, zur Barrierefreiheit sowie zur Inanspruchnahme von Ressourcen und zur nachhaltigen Materialgewinnung. Die Liste der Anforderungen ist lang. 

Kriterien "Nachhaltiges Gebäude"

Um die Einhaltung der zahlreichen Nachhaltigkeits-Kriterien gewährleisten zu können, sollen Bauherren bei der Antragstellung detailliert nachweisen, an welcher Stelle im Haus sie die Materialien verbauen, die von Nachhaltigkeitsexperten bewertet werden müssen. Das Problem: "Es gibt kaum Experten", sagt Florian Snigula, Pressesprecher vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe.

Die Bundesregierung hatte im April dieses Jahres die drei Stufen der Neuausrichtung der Neubauförderung verkündet. Das Paket mit dem Qualitätssiegel in der zweiten Stufe gilt bis zum Ende des Jahres.

Von Januar 2023 an ist dann eine dritte Stufe geplant – unter dem Titel "Klimafreundliches Bauen". Das Programm soll laut Ministerium insbesondere die Treibhausgas-Emissionen der Gebäude noch stärker in den Fokus stellen. Wie es genau ausgestaltet wird, werde derzeit in der Bundesregierung erarbeitet.

Neben dem Neubau fördert die Bundesregierung seit Februar in diesem Jahr auch wieder die Sanierung. Die Sanierungsförderung umfasst verschiedene Einzelmaßnahmen wie den Austausch von alten Fenstern, Außentüren und Heizungsanlagen sowie die Dämmung von Wänden, Decken oder Dächern. Seit Juli 2021 seien laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz etwa 162.000 Ölheizungen gegen Heizungen, die auf Basis erneuerbarer Energien betrieben werden, ausgetauscht worden.