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Prime Ski Resort Index: Die exklusivsten Orte in den Alpen - mit den teuersten Immobilien

Foto: © Denis Balibouse / Reuters/ REUTERS

Exklusive Skigebiete Ferienhäuser in Alpen locken immer mehr Käufer

Gstaad, Courchevel, St. Moritz: Die Nachfrage nach Ferienimmobilien in den Alpen zog zuletzt erheblich an. Besonders gefragt sind einer Studie zufolge exklusive Orte in der Schweiz - die höchsten Preise werden aber anderswo gezahlt.

Hamburg - Bling Bling, Botox, Bussi-Bussi: Wer in den Alpen mal so richtig mondän urlauben möchte, der reist in die Schweiz nach Gstaad oder auch nach Val d'Isère in Frankreich. Denn dort gibt es nicht nur traumhafte Möglichkeiten zum Skifahren. Dort stimmt auch das Drumherum, jedenfalls aus Sicht von Leuten, die Geld haben und Luxus mögen.

Im Alpine Property Market Spotlight des Immobilienberaters Savills sowie des Spezialdienstleisters Alpine Homes stehen diese Orte an der Spitze des "Ultra Prime Ski Resort Index". Das heißt: Von allen exklusiven Destinationen in den Alpen erachten die Autoren diese als die exklusivsten.

In der Untersuchung, die manager magazin online vorab vorliegt, haben Savills und Alpine Homes die alpinen Feriengebiete in der Schweiz, in Österreich und in Frankreich unter die Lupe genommen. Untersucht wurden nicht nur die Immobilienmärkte. Auch eine Reihe anderer Faktoren, die ein Skigebiet attraktiv machen können, kamen auf den Prüfstand, sei es die Länge der Pisten oder die lokale Dichte an Sterne-Restaurants.

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Prime Ski Resort Index: Die exklusivsten Orte in den Alpen - mit den teuersten Immobilien

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Im französischen Courchevel etwa, so die Analyse, gibt es insgesamt sechs Restaurants mit mindestens einem Michelin-Stern. Bei einer Gesamtpistenlänge von 150 Kilometern kommen damit vier Nobellokale auf 100 Pistenkilometer - das ist eine Dichte, die kein anderer Ort in den Alpen erreicht, wie der Marktreport vorrechnet.

Kakao-Index von Savills: Wo die heiße Schokolade am teuersten ist

Die teuerste Gastronomie dagegen gibt es offenbar in Gstaad. Die Vermutung legt jedenfalls der "Savills Kakao Index" nahe, der die Preise für eine Tasse heiße Schokolade in verschiedenen Orten in Relation setzt (siehe Grafik links). Demnach zahlen durstige Skifahrer auf einer Hütte im schweizerischen Gstaad beinahe sieben Euro für einen Becher des süßen Heißgetränks - so viel wie sonst nirgends in den Alpen.

Die besondere Attraktivität der Topstädte, die regelmäßig auch von Promis und Royals aufgesucht werden, spiegelt sich auch auf den dortigen Immobilienmärkten wider. Die "Ultra-Prime-Resorts", mit erstklassigen Shoppingmöglichkeiten, Nachtleben und Topgastronomie, sind vergleichsweise stabil durch die Finanzkrise gekommen, so der Marktreport. Die höchsten Quadratmeterpreise für 1-A-Wohnimmobilien werden mit 34.200 Euro demnach in Courchevel gezahlt, gefolgt von Gstaad (31.900 Euro), Val d'Isère (28.800 Euro) sowie St. Moritz (28.600 Euro).

Zum Hintergrund: Insgesamt hat sich die in den Jahren 2007 und 2008 begonnene weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise in Frankreich, Österreich und der Schweiz sehr unterschiedlich ausgewirkt. Während es in Frankreich und Österreich, bedingt wohl auch durch den EU-weiten Sparkurs, wirtschaftliche Einbußen gab, kam die Schweiz als nicht EU-Mitglied und "sicherer Hafen" für internationales Kapital recht unbeschadet durch die schwierige Zeit.

Das zeigt sich auch in der Entwicklung auf den Immobilienmärkten. Am heftigsten traf es den französischen Markt, der 2008/2009 regelrechte Einbrüche verzeichnete. In Österreich dagegen und vor allem in der Schweiz ging es mit den Immobilienpreisen beinahe ungebremst aufwärts.

Skiorte, in denen künftig die Post abgeht

Das Ergebnis: Laut Savills und Alpine Homes liegen die Immobilienpreise in der Schweiz heute beinahe 30 Prozent über dem Niveau von 2007. Allein fünf der zehn teuersten Orte in den Alpen liegen dem Report zufolge in der Schweiz. In Österreich beträgt das Plus immerhin etwa 25 Prozent, während der Markt in Frankreich aufgrund der nach wie vor schwierigen Konjunktur bis heute nicht wieder auf 2007er Niveau gefunden hat (siehe Grafik).

Zuletzt, so das Ergebnis der Marktanalyse, zog die Nachfrage nach Ferienimmobilien und Zweitwohnsitzen in den Alpen nochmals an. Was allerdings bemerkenswert ist: Die gestiegene Nachfrage geht bislang nach Angaben von Savills und Alpine Homes kaum mit steigenden Preisen einher.

"Mit einem Plus von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr setzt sich die positive Entwicklung der Transaktionsvolumina am alpenländischen Immobilienmarkt fort", sagt Jeremy Rollason, Managing Director bei Alpine Homes. "Wobei dieser Trend jedoch nicht zwangsläufig auf steigende Preise hindeutet." Obwohl die Käufer zunehmend aktiver werden, können die Preise im alpenländischen Raum bislang nicht mit dem Preisanstieg beispielsweise in Großbritannien, insbesondere in London, Schritt halten, so der Experte.

Der Immobiliendienstleister Knight Frank aus London indes hat ebenfalls die Preisentwicklung von Wohnimmobilien in Skigebieten weltweit ermittelt. Den Angaben des Unternehmens zufolge lagen die Preissteigerungen in ausgesuchten Orten in den Schweizer und französischen Alpen in den vergangenen zwölf Monaten bei zum Teil mehr als 5 Prozent. Zum Teil verzeichnet Knight Frank aber auch Preisrückgänge in ähnlicher Größenordnung.

Für die Zukunft erwarten die Fachleute von Savills und Alpine Homes vor allem ein weiteres Aufblühen des Skitourismus in den Orten Ischgl, Flims sowie St. Gervais, die insbesondere beim jungen Publikum beliebt sind. Steigende Immobilienpreise allerdings sind laut Savills und Alpine Homes vor allem in Saas Fee sowie Andermatt möglich.

Saas Fee biete erstklassige Skibedingungen sowie bislang noch relativ niedrige Quadratmeterpreise, so die Begründung. Andermatt verfüge zudem ebenfalls über sehr gute Bedingungen für Wintersport (eine lange Saison, viel Schneefall), das Gebiet sei jedoch noch vergleichsweise klein und damit ausbaufähig.

In den Top-Destinationen wie Verbier, Gstaad oder Courchevel indes sieht der Marktreport die Preise vorläufig weitgehend ausgereizt. Chancen böten dort in erster Linie Neuentwicklungen mit einem Standard, der über dem bisherigen Marktniveau liege, so die Autoren.

Im Klartext heißt das wohl: Noch mehr Luxus, für Leute mit noch mehr Geld.

Schweiz, Österreich, Frankreich: Der alpine Immobilienmarkt im Überblick

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