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Prominente Schreibstube: Bilder von Hemingways Wohnung in Paris

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Promi-Wohnung in Paris Leben wie "Papa" in Frankreich

Eine Wohnung in Paris, drei Zimmer plus Bad, 60 Quadratmeter, für 630.000 Euro - das erscheint nicht weiter der Rede wert. Es sei denn, das Apartment hat, wie in diesem Fall, einen prominenten Vorbesitzer.

Hamburg - Es ist ein besonderer Reiz, der immer wieder von Immobilien mit Prominentenbonus ausgeht. Egal, ob Schauspieler, Politiker oder Wirtschaftsgröße, hat eine Villa, ein Haus oder auch nur eine Wohnung einen berühmten Vorbesitzer, so sorgt das für gesteigertes Interesse - und nicht selten auch für einen höheren Preis.

Ein solches Fundstück findet sich derzeit auf dem Immobilienportal Luxuryestate.com: Dort wird eine Wohnung in Paris angeboten, in der in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts angeblich der US-Schriftsteller Ernest Hemingway gelebt haben soll.

Das Apartment mit drei Zimmern und einem Bad auf 60 Quadratmetern liegt im Pariser Studentenviertel Quartier Latin, unweit des Jardin du Luxembourg. Von dort habe Hemingway die französische Hauptstadt und ihre kleinen Cafés erkundet, in denen er Menschen beobachtet und Material für seine ersten Kurzgeschichten gesammelt habe, teilt die Website mit.

Tatsächlich kam der spätere Nobelpreisträger ("Der alte Mann und das Meer", "Wem die Stunde schlägt") Anfang der 1920er Jahre nach Paris, genau wie viele weitere Künstler und Autoren seiner Generation. Dazu zählten beispielsweise der irische Autor James Joyce ("Ulysses") sowie die Amerikaner Ezra Pound, T. S. Eliot und F. Scott Fitzgerald ("Der große Gatsby").

Die berühmte "Lost Generation"

Berühmt wurde ein Ausspruch der Schriftstellerin und Verlegerin Gertrude Stein, um die sich seinerzeit viele dieser Intellektuellen scharten. Stein nannte die vornehmlich aus den Vereinigten Staaten stammenden jungen Leute eine "Lost Generation", in Anspielung auf deren teils ausschweifendes Leben, das offensichtlich beeinflusst war durch die Erfahrung des gerade zu Ende gegangenen ersten Weltkriegs.

Das Zitat, das später um die Welt ging, geht Hemingway zufolge auf eine Begebenheit in einer Autowerkstatt zurück. Der Besitzer dieser Werkstatt, so schreibt Hemingway in seinem Buch "Paris. A Moveable Feast" ("Paris - Ein Fest fürs Leben") habe den Ausspruch verwendet, als er im Beisein des Schriftstellers sowie Gertrude Steins einen seiner Mitarbeiter zurechtwies.

Nach Angaben der französischen Immobilienagentur Agence Vaneau 6 Odéon, die jetzt die Immobilienofferte auf Luxuryestate.com veröffentlicht hat, ist Hemingway gemeinsam mit seiner ersten Frau Hadley zu Beginn des Jahres 1924 in die Wohnung im Hochparterre gezogen. Der Autor, der sich selbst einmal den vielzitierten Spitznamen "Papa" verliehen hat, war kurz zuvor Vater seines ersten Sohnes John ("Bumby") geworden.

Die Immobilie versprühe nach wie vor den Pariser Charme der 20er Jahre, schwärmt Luxuryestate.com in einer Mitteilung. Wer die Innenräume betritt, könne denken, im gedämmten Licht zwischen den Bücherregalen säße immer noch der amerikanische Schriftsteller.

Indes: Ein harter Beleg dafür, dass der prominente Schreiber dort früher tatsächlich zu Hause war, scheint nicht vorzuliegen. Wer die 630.000 Euro auf den Tisch legt, die der Verkäufer für das Objekt verlangt, braucht also wohl ein wenig Vertrauen in die Angaben.

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