Samstag, 7. Dezember 2019

Drohender Immobilien-Crash? Diese Entwicklung könnte vor einer Immo-Krise 2.0 warnen

Zu verkaufen: So sah das Platzen der Immobilienblase in den USA aus.

Auf den ersten Blick ist alles gut. Die Immobilienpreise in den meisten Städten Nordamerikas sind im August und September gesteigen. Dennoch zeigen sich feine Risse auf der glänzenden Oberfläche des steten Aufwärtstrends. Ein Grund zur Sorge? Vielleicht, wie"CNN money" berichtet.

Das US-Medienunternehmen verweist auf die jüngsten Kursentwicklungen einiger Unternehmen, die man getrost als Frühindikator für die Immobilienwirtschaft betrachten könnte. Whirlpool stellt unter anderem Haushaltsgeräte her, Sherwin-Williams Farben. Beides also Produkte, die beim Hauskauf oder -bau Berücksichtigung finden. Und beides Unternehmen, deren Aktien am Dienstag nach schwachen Ergebnissen sowie ebenfalls enttäuschenden Voraussagen zwischenzeitlich um 11 Prozent an Wert verloren.

Es gäbe eine gewisse "Weichheit" des Nordamerika-Geschäfts, sagt Whirlpool-Finanzchef Marc Bitzer. Nur eine kleine Nachricht, die aber Wellen schlug. Denn auch Aktien von Bauunternehmen wie Lennar, KB Home und Pulte fielen am Dienstag, ebenso die Baumärkte Home Depot, Lowe's, Sears und Best Buy. Wenn diese Firmen also nicht mehr so erfolgreich sind wie in den Vorjahren - ist das schon das Menetekel einer Immobilienkrise 2.0? Oder nur ein Kursrücksetzer, quasi "business as usual"? Die Wall Street ist sich nicht sicher - was vielleicht allein schon beunruhigend ist.

Auf der einen Seite notiert Dean Maki, Volkswirt bei Point72 Asset Management, dass die Preise für Wohnimmobilien noch immer weit unter dem Niveau von 2005 notierten.

Auf der anderen Seite wäre die Zahl der Hausverkäufe im September um 9 Prozent eingebrochen, heißt es von Voya Investment Management. Die Preise wiederum seien bereits seit 55 Monaten gestiegen und Erstkäufer teilweise ausgebremst worden. Mit 250 Millionen Dollar war im Sommer ein Penthouse in Manhattan zu haben, der höchste Listenpreis, der seinerzeit je für eine Wohnimmobilie verlangt wurde, so "Forbes".

Und dann sind da ja noch die niedrigen Leitzinsen, die für günstige Hypothekenkredite sorgen. Die Frage ist nur, wie lange noch. Denn von der US-Zentralbank Fed wird erwartet, im Dezember die Leitzinsen anzuheben und diesen Kurs auch 2017 zu verfolgen. Und damit die Kredite zu verteuern.

Was also liegt auf dem Tisch? Preissteigerungen, billige Zinsen, deren Ende zumindest irgendwann einmal kommen wird, nervöse Zulieferer?

Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt ausgerechnet der Hochglanzmarkt der Hamptons. Dort kaufen sich Reiche und Reichere, die in der Finanzindustrie New Yorks arbeiten, ihr Zweit- oder Dritthaus. Doch zuletzt eben nicht mehr so bereitwillig, wie "Bloomberg" skizziert.

Folgen Sie Arne Gottschalck auf twitter

Entsprechend fallen die Preise dort seit 3 Jahren. Weil die Käufer weniger spendabel geworden sind, weil die Boni für 2016 niedriger erwartet werden. Es gäbe ein bisschen mehr Vorsicht, sagt Jonathan Miller, Präsident der Maklerkette Miller Samuel. Was auch für den Gesamtmarkt vermutlich nicht die schlechteste Empfehlung sein dürfte.

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung