Annahmeschwelle gestrichen Vonovia-Chef Rolf Buch will bedingungslose Übernahme

Die Übernahme von Deutsche Wohnen will Vonovia-Chef Rolf Buch im dritten Anlauf unbedingt durchsetzen. Alle Bedingungen des Angebots wie eine Annahmeschwelle fallen weg, die Frist läuft dafür bis Oktober.
Will den Deal unbedingt: Vonovia-Chef Rolf Buch

Will den Deal unbedingt: Vonovia-Chef Rolf Buch

Foto: Jakob Hoff / imago images/Jakob Hoff

Der Wohnungskonzern Vonovia will bei seinem erneuten Griff nach dem Konkurrenten Deutsche Wohnen nicht wieder scheitern. Vonovia-Chef Rolf Buch wirft deshalb die bislang angestrebte Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien über Bord, wie die Deutsche Wohnen am Montag mitteilte. Damit kann Vonovia weiter Aktien einsammeln und sich künftig das Sagen bei den Berlinern sichern - auch wenn der Bochumer Konzern im aktuellen Anlauf unter den ursprünglich angestrebten 50 Prozent der Aktien bleibt. Vonovia habe "auf die Mindestannahmeschwelle und auf sämtliche weiteren Vollzugsbedingungen ihres Übernahmeangebots an die Aktionär:innen der Deutsche Wohnen verzichtet", teilte die Deutsche Wohnen mit.

Durch den Verzicht auf die Vollzugsbedingungen des Übernahmeangebots verlängert sich die ursprünglich am 20. September 2021 auslaufende Annahmefrist um zwei Wochen und wird nun am 4. Oktober 2021 enden, hieß es weiter.

Vonovia bietet 53 Euro für jede Aktie des Berliner Konkurrenten. Der letzte Übernahme-Versuch der Bochumer war Ende Juli gescheitert, weil sie damals die 50-Prozent-Schwelle verfehlt hatten. Diese Hürde haben sie für ihre neue Offerte nun beiseite geräumt.

Bisher 34 Prozent der Aktien eingesammelt

Das "Handelsblatt" hatte zuvor über eine mögliche Streichung der Annahmeschwelle berichtet. Der Kurs der Deutsche-Wohnen-Aktie legte nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate gegenüber dem Xetra-Schlusskurs zu.

Vonovia hatte zuvor am Montag mitgeteilt, sich bis zum vergangenen Freitag 34,10 Prozent der Aktien der Deutsche Wohnen gesichert zu haben.

Vonovia war mit einem ursprünglichen Übernahmeangebot für die Deutsche Wohnen knapp an der Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent gescheitert. Der Konzern bekam nur 47,62 Prozent der Aktien der Deutsche Wohnen angeboten. Vorstandschef Rolf Buch hatte Hedgefonds für das Scheitern der Milliardentransaktion verantwortlich gemacht. Für den neuen Anlauf erhöhte er Anfang August das Angebot um einen Euro auf 53 Euro je Aktie.

Vonovia besitzt in Deutschland, Österreich und Schweden rund 414.000 Wohnungen. Die Deutsche Wohnen ist die Nummer zwei der Branche und der größte Privatvermieter in der Hauptstadt: Rund 114.000 der insgesamt mehr als 155.000 Wohnungen stehen im Großraum Berlin.

ak/Reuters, dpa-afx