Dienstag, 26. Mai 2020

Hauptstadt zieht an München vorbei Deutschlands Bürostandort Nummer eins ist jetzt - Berlin!

Hamburg, Berlin, München: Die größten Büromärkte Deutschlands
Corbis

Anwaltskanzleien, Dienstleistungsfirmen oder Banken, die etwas auf sich halten, sitzen in München, Frankfurt oder auch Hamburg. Aber Berlin? Die Hauptstadt ist zweifellos der deutsche Hot-Spot für Kultur und Politik. Als Wirtschaftsstandort dagegen ist ihr Ruf - abgesehen von der lebhaften Start-up-Szene - eher mau.

So war es viele Jahre lang. Doch in jüngerer Zeit hat sich dieses Bild gedreht. Berlin, so scheint es, gilt jetzt auch in der Wirtschaft als Topadresse.

Ablesen lässt sich der Trend an aktuellen Zahlen vom Immobilienmarkt. Laut internationalem Immobilienberater CBRE etwa wurden in Berlin im ersten Halbjahr 337.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet, was einem Plus von 23 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres entspricht.

In München, dem bisherigen Top-Bürostandort Deutschlands, wurden von Januar bis Juni 2015 laut CBRE "lediglich" 316.000 Quadratmeter an Büroflächen vermietet. Der Wert hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum kaum verändert.

Im Klartext heißt das: Erstmals seit Jahrzehnten ist Berlin damit bundesweit bei den Bürovermietungen an der Spitze. Das bestätigen auch Zahlen von BNP Paribas Real Estate, denen zufolge in Berlin im ersten Halbjahr 335.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet wurden. Das waren mehr als in München oder irgendeiner anderen deutschen Großstadt, konstatieren auch die BNP-Experten.

Das Gros der Vermietungen geht in Deutschlands Regierungssitz nach wie vor auf das Konto des Technologiesektors. 40 Prozent Anteil hat diese Branche laut CBRE am Marktgeschehen. Unter den größten Anmietungen waren im ersten Halbjahr beispielsweise 22.000 Quadratmeter, die künftig der Webkonzern Rocket Internet nutzen wird, sowie zwei Verträge über zusammen 24.000 Quadratmeter, die vom Onlinehändler Zalando unterschrieben wurden.

Zusätzlich zu Onlinefirmen, App-Entwicklern, Journalisten und Lobbyisten siedeln sich in Deutschlands größter Metropole aber auch immer mehr Anwälte sowie Steuer- und Unternehmensberater an, so BNP.

Zudem gehören zu den Mietern, die sich für die Spree-Metropole entscheiden, auch namhafte Großkonzerne. Der Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen etwa unterzeichnete kürzlich einen Vertrag zur Nutzung von 18.000 Quadratmetern im Osten der Stadt. In Charlottenburg vergrößert sich die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, mit Platz für zusätzliche 2500 Leute.

Die Folge: Die Büromieten sind in den vergangenen drei Jahren um 18 Prozent gestiegen. Mit dem Leerstand ging es gleichzeitig auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung herunter. In keiner deutschen Großstadt stehen laut BNP derzeit relativ betrachtet so wenige Büros leer, wie in Berlin.

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