Sonntag, 31. Mai 2020

Kursrutsch Kaufen oder Laufen - Börsenprofis uneinig

2. Teil: Die Prüfpunkte der Profis

Frage der Bewertung: Aktien sind derzeit nicht günstig - Unternehmen müssen den überdurchschnittlichen Preis durch hohe Gewinne rechtfertigen

Für die Börsenindizes der Welt gibt es seit langem historische Durchschnittswerte. Sie besagen, wie teuer eine Aktie im langjährigen Schnitt ist. Liegt der aktuelle Wert darüber, kann eine Aktie zu teuer sein, liegt er darunter, gilt das Papier in aller Regel als günstig.

Mit Blick auf dieses Argument fallen Aktien derzeit eher in die erste Kategorie. "Ich bin pessimistisch, weil die hohen Bewertungen in den USA, dass auslaufende Anleihekaufprogramm sowie die sich anbahnende Zinswende in Amerika in Verbindung mit verschärften Sanktionen gegenüber Russland den Dax in eine überfällige größere Korrektur münden lässt", sagt Thomas Pfetzing, Geschäftsführer der Aubilia Vermögensmanagement. "So hat selbst Alan Greenspan jüngst vor einer scharfen Korrektur an den Aktienmärkten gewarnt, nachdem sich der Markt 'für eine so lange Zeit so gut gehalten hat'."

Auch Crashpropheten wie Max Otte, Marc Faber u.a. erheben warnend den Zeigefinger. Value-Legenden wie Warren Buffet, Felix Zulauf und J. Montier warnen vor den aktuellen Liquiditäts-Exzessen. Sie raten, dem Aktionismus der Notenbanken eine Portion Skepsis entgegenzusetzen.

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