US-Immobilienmarkt US-Baukredite so teuer wie seit zwölf Jahren nicht

Die Bauzinsen in den USA steigen rasant. Das zeigt Wirkung, denn somit fragen auch weniger Amerikaner nach Baukrediten. Die US-Notenbank kommt ihrem Ziel damit allmählich näher.
Bauarbeiter bei der Arbeit: Die Finanzierung des Eigenheimes wird in den USA immer teurer

Bauarbeiter bei der Arbeit: Die Finanzierung des Eigenheimes wird in den USA immer teurer

Foto: KEVIN LAMARQUE/ REUTERS

Baudarlehen sind in den USA so teuer wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige Hypothek mit einem festen Zins stieg in der Woche zum 15. April auf 5,20 Prozent, geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Branchenverbandes Mortgage Bankers Association (MBA) hervor. Damit stieg er für das beliebteste US-Wohnungsbaudarlehen binnen einem Jahr um zwei Prozentpunkte. Dies gilt als ein Zeichen dafür, dass die US-Notenbank Fed ihrem Ziel näher kommt, den heiß gelaufenen Immobilienmarkt abzukühlen.

Seit Jahresbeginn seien die Finanzierungskosten für Häuslebauer damit so stark gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Hauptgrund dafür ist das Vorgehen der Fed, die im März wegen der sehr hohen Inflation erstmals seit Jahren ihren Leitzins angehoben hat. Zudem wird erwartet, dass sie im Mai mit dem Abbau ihres Portfolios an US-Wertpapieren im Wert von 8,5 Billionen Dollar beginnen wird. Deren Käufe haben die Kreditkosten für Verbraucher – insbesondere die für Hypotheken – während der Corona-Pandemie niedrig gehalten.

Die Erwartung einer strafferen Geldpolitik der Fed führte zu einem sprunghaften Anstieg der Renditen von Staatsanleihen. Die der 10-jährigen Anleihe, die als richtungsweisend Benchmark für Hypothekenzinsen gilt, kletterte auf den höchsten Stand seit 2018. Der jüngste Anstieg der Finanzierungskosten für Eigenheime führte in der vergangenen Woche bereits dazu, dass weniger Amerikaner einen Antrag auf ein Baukredit stellten, so die MBA.

Gesunken ist auch die Zahl der Baubeginne von Einfamilienhäusern. Sie gab im März um 1,7 Prozent zum Vormonat auf eine auf das Jahr hochgerechnete Rate von 1,2 Millionen nach, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Das hat nicht nur mit höheren Zinsen zu tun. "Hohe Kosten und Engpässe sowohl bei Arbeitskräften als auch bei Materialien bedeuten Gegenwind für Bauherren", sagte die US-Chefökonomin von High Frequency Economics, Rubeela Farooqi.

rei/Reuters