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Legendäre Adresse: Die Flick-Villa wird abgerissen

Foto: DPA/ Tobias Tschepe

Abschied von der Villa Flick Erst Cocktailparty, dann Abrissbirne

Münchens Schickeria hat von der legendären Villa des verstorbenen Multimilliardärs Friedrich Karl Flick Abschied genommen. Im Nobelviertel Bogenhausen rollen bald die Bagger an. Panzerglas und Atombunker müssen Luxuswohnungen weichen.

München - Es gab Häppchen hinter Panzerglas - und einen illustren Abschied von einem Abbruchhaus. Bei einem Cocktail-Empfang drängten sich am Donnerstagabend 300 Prominente in der Münchner Villa des verstorbenen Multimilliardärs Friedrich Karl Flick.

Zur Abriss-Fete im Nobelviertel Bogenhausen kamen etwa der frühere Daimler-Chef Jürgen Schrempp, Zeitungsverleger Dirk Ippen, der Unternehmer Yorck Otto, die Ex-Skirennläuferin Christa Kinshofer, die Moderatorin Nina Ruge sowie die Medienunternehmer Franz Georg Strauß und Thomas Haffa. Auch Schauspieler Fritz Wepper und Tochter Sophie, Gastronom Edi Reinbold und Immobilienunternehmer Detlev Freiherr von Wangenheim waren da.

Mancher kennt die Villa mit 153 Zimmern und 2000 Quadratmetern Wohnfläche aus alten Zeiten. "Es kommen schon alte Erinnerungen hoch", sagt Reinbold. "Es ist für mich eine bewegende Sache." Die Gäste sahen freilich nur einen Hauch des früheren Glanzes. Nach Flick wohnten hier andere Besitzer. Flicks Möbel, Bilder, Stereoanlage - alles längst weggeräumt.

Der Name Flick steht für das einst größte deutsche Firmenimperium im Familienbesitz - und für die Parteispendenaffäre in den 1980er Jahren. Nach dem Verkauf seines Konzerns 1985 zog sich Flick ins Privatleben zurück. Zu seinem Vermögen zählten weitere Villen in Deutschland und Österreich. Er starb 2006 im Alter vom 79 Jahren in seinem Haus am Wörthersee.

Atombunker und Panzerglas weichen Luxuswohnungen

Seine Münchner Residenz war mit Panzerglas geschützt. Zeitlebens begleitete den Milliardär die Angst vor Attentaten oder Entführungen. Die Villa, deren Stromkosten teils bei 15.000 Euro gelegen haben sollen, war eines der bestgesicherten Häuser Deutschlands.

Der rote Alarmknopf für den Direktruf zur Polizei, eingelassen in Eichenvertäfelung, ist noch da. Und die vergoldeten Armaturen in der Toilette. Die Privaträume, das Schwimmbad, der Weinkeller und auch der Atombunker - all das bleibt verschlossen. Aus Pietätsgründen, wie Immobilienunternehmer Wangenheim sagt.

Wangenheim hat den Verkauf des Millionenobjekts vermittelt und ist mit Stefan Mayr, Geschäftsführer von M-Concept, Bauträger für Luxus-Immobilien, Gastgeber der Party. Interessenten können gleich Wünsche anmelden. Ein Dutzend Wohnungen sollen nach dem Abriss der Villa entstehen.

Vor der Abrissbirne sollen Liebhaber eine Chance bekommen. Marmor, Kamin, Türen aus weiß gekalkter Eiche und Holzvertäfelungen könnten verkauft werden - oder unter den Hammer kommen, sagt von Wangenheim: "Wir überlegen, ob wir eine Auktion machen."

Sabine Dobel, dpa

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