Samstag, 18. Januar 2020

Treuhandkonten Verborgene Risiken für Wohneigentümer

Wohnungen im Bau: Eigentümergemeinschaften sollten sich gut überlegen, wie sie ihr Geld anlegen

2. Teil: Viele WEG haben immer noch Treuhandkonten

Weitere Nachteile: Treuhand-Konten müssen bei einem Verwalterwechsel umgeschrieben werden. Auch sind sie nur bedingt kontrollierbar, weil sie die WEG nicht unabhängig vom Verwalter einsehen kann. Bei einem Eigenkonto kann das nicht passieren: "Hier ist die Gemeinschaft selbst Kontoinhaber. Dadurch hat sie jederzeit Zugriff und kann viel genauer kontrollieren, wie der Verwalter mit ihrem Geld umgeht", erklärt Schmitt.

Außerdem bleibe das Vermögen unangetastet, wenn der Verwalter Schulden habe oder pleitegehe. Und wenn die Gemeinschaft will, kann sie zusätzlich zum Verwalter eine weitere Person als verfügungsberechtigt erklären, was von Vorteil ist, wenn er einmal abkömmlich ist.

Dass trotzdem noch immer viele WEG-Konten Treuhandkonten sind, hat möglicherweise damit zu tun, das die Risiken unterschätzt werden. Außerdem bieten nicht alle Banken Fremdgeldkonten für Eigentümergemeinschaften an. "Oft wird als Grund dafür angegeben, dass der Verwaltungsaufwand geringer sei", sagt Happ. Tatsächlich sind die einzigen Extras, derer es bedarf, eine gesonderte Vollmacht für den Verwalter und das jährliche Einreichen einer aktualisierten WEG-Mitgliederliste.

"Wenn eine WEG nicht sicher weiß, wie ihr Geld angelegt ist, sollte sie den Verwalter um Einblick in die Konto-Eröffnungsformulare bitten, wozu sie jederzeit das Recht hat", rät Weeger-Elsner. Ist sie als Inhaber und Bankkunde verzeichnet, handelt es sich um ein Eigenkonto. Findet sich hingegen der Verwalter-Name im Inhaberfeld, hat man es mit einem Treuhandkonto zu tun.

von Nicola Menke, dpa

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