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Immobilienmarkt: Die teuersten US-Metropolen

Foto: SPENCER PLATT/ AFP

Häuserpreise Wo die Märkte wieder kippen

Der US-Immobilienmarkt, wo die Weltwirtschaftskrise ihren Anfang nahm, sendet starke Signale einer Erholung aus. Deutschland ist schon einen Schritt weiter Richtung Boom. Doch anderswo ist man dem Risiko eines weiteren Absturzes näher.

Hamburg - 10 Prozent plus auf Jahressicht - so starke Werte wie die in der vergangenen Woche gemeldeten Preissteigerungen für US-Häuser hat der Case-Shiller-Index in den vergangenen sechs Jahren nicht ausgewiesen. Das Barometer, das 2007 den Weg in die Weltwirtschaftskrise maß, steigt wieder steil an. Und es könnte noch so weiter gehen.

"Schnallt Euch an, Leute", meldet sich Volkswirt Stan Humphries von der Marktplattform Zillow. "Wenn Ihr diese Zahlen schon bemerkenswert fandet, wartet auf nächsten Monat." Dann nämlich werde der Case-Shiller-Index sogar um 12,1 Prozent steigen. Wissen kann Humphries das, weil seine Firma aus Millionen Transaktionen einen eigenen Index berechnet und aktueller veröffentlicht - Zillow hatte bereits die Zahlen für April, bevor Case-Shiller die März-Daten (genauer gesagt, den Drei-Monats-Durchschnitt für Januar bis März) veröffentlichte.

Humphries schränkt allerdings ein, von diesen starken Zahlen solle man sich nicht blenden lassen. Zum einen gebe der Case-Shiller-Index den großen Metropolen überproportionales Gewicht - landesweit seien die Preise zuletzt um moderatere 5,2 Prozent gestiegen. Zum anderen würden Wiederverkäufe zuvor zwangsversteigerter Häuser den gemessenen Wertzuwachs erhöhen.

Vor allem aber sorgt ein Basiseffekt derzeit noch für hohe Steigerungsraten: Vor einem Jahr hatte die Erholung des US-Immobilienmarkts noch nicht begonnen. In absehbarer Zeit wird der Jahresvergleich sich auf bereits deutlich höhere Preise beziehen. Dann rechnet Zillow noch mit Wachstumsraten um 4 bis 5 Prozent - die Preise bleiben, mit örtlichen Ausnahmen wie Denver, noch weit von ihren in der Spekulationsblase erreichten Höhepunkten entfernt.

Die Analysten Marco Wagner und Christoph Balz von der Commerzbank kennzeichnen die Situation des US-Immobilienmarkts als "Erholung", nicht als "Boom" wie in Deutschland. Hierzulande gehen die Experten davon aus, dass die Preise auch noch einige Zeit weiter steigen könnten. Im Vergleich zu den Mieten seien sie nach wie vor günstig.

In den meisten anderen westeuropäischen Ländern aber brechen die Preise ein, "in Finnland und Schweden dürfte die Korrektur kurz bevorstehen", heißt es bei der Commerzbank. "Kaum sind die Immobilienblasen in Irland und Spanien geplatzt, bilden sich in Europa schon wieder neue", urteilen Wagner und Balz. Amerika zeigt im Vergleich fast schon eine gesunde Entwicklung.

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