Weiteres Krisenopfer UBS macht Immobilienfonds dicht

Das Geld reicht nicht: Die Versuche der UBS durch Immobilienverkäufe für genügend Liquidität zu sorgen, sind fehlgeschlagen. Der bereits seit zwei Jahren eingefrorene Fonds wird aufgelöst. Die Krise der Anlageklasse betrifft inzwischen 20 Milliarden Euro Anlegergelder.
UBS-Filiale in Zürich: Die Bank will die verbleibenden Immobilien verkaufen und den Erlös halbjährlich an Anleger auszahlen

UBS-Filiale in Zürich: Die Bank will die verbleibenden Immobilien verkaufen und den Erlös halbjährlich an Anleger auszahlen

Foto: ? Arnd Wiegmann / Reuters/ REUTERS

Frankfurt - Die Krise der offenen Immobilienfonds hat ein weiteres Opfer gefordert. Die UBS teilte mit, dass der seit dem 6. Oktober 2010 eingefrorene Immobilienfonds "UBS (D) 3 Sector Real Estate Europe" endgültig aufgelöst werde. Die Verwaltung dieses Sondervermögens sei mit Wirkung zum 5. September 2015 gekündigt worden. Dementsprechend seien die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen des Fonds endgültig ausgesetzt worden.

Seit der Aussetzung der Anteilscheinrücknahme des Sondervermögens seien zwar sechs Immobilien im Wert von rund 153 Millionen Euro verkauft worden, so die UBS. Das entspreche etwa 23 Prozent des Immobilienvermögens. Dennoch hätten die liquiden Mittel nicht ausgereicht, um die vorliegenden Rückgabeaufträge von Anteilscheinen ausführen zu können.

Die UBS kündigte an, die verbliebenen Immobilien zu verkaufen und den Erlös an die Anleger halbjährlich auszuzahlen. Das Fondsvermögen lag zum Stichtag 31. Juli 2012 noch bei 344,6 Millionen Euro, zu diesem Zeitpunkt gehören noch 21 Immobilien zum Portfolio.

Ein Viertel der Fonds wird abgewickelt

Die Probleme der einst als bodenständig geltenden Anlageform der offenen Immobilienfonds gehen auf die Finanzkrise zurück. Die institutionellen Anleger brauchten dringend Liquidität und trennten sich deshalb schnell von ihren Anteilen. Diese Rückgabewelle haben viele Anbieter aber nicht verkraftet, da sie ihre Immobilien in so kurzer Zeit nicht zu vernünftigen Preisen verkaufen konnten. Also machen sie erst mal ihre Schotten dicht - auch für Privatanleger.

Derzeit werden nach Angaben des Fondsverbandes BVI insgesamt zehn offene Immobilienfonds endgültig aufgelöst. Betroffen davon ist ein Vermögen von circa 20 Milliarden Euro, was etwa einem Viertel der gesamten, in offenen Immobilienfonds angelegten Gelder entspricht.

Aus dem Debakel der offenen Immobilienfonds will die Politik nun Konsequenzen ziehen: Nach dem Willen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sollen künftig nur solche Fonds bestehen bleiben, die die Finanzkrise bisher überlebt haben. Verbraucher könnten nur noch in geschlossene Publikumsfonds in der Rechtsform einer AG oder Kommanditgesellschaft investieren, wenn sie neue Produkte erwerben möchten.

mahi/dpa-afx/mmo
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