Sonntag, 8. Dezember 2019

Immobilienkauf Die Niedrigzinsfalle

Steigende Risiken: Was beim Immobilienkauf schief gehen kann
DPA

3. Teil: Immobilienkäufern drohen Nachforderungen durch die Bank

Immobilieninteressenten sollten sich die Warnung zu Herzen nehmen. Denn eine künftige Zinserhöhung wirkt sich längst nicht nur auf die eigene Kreditrate aus. Gleichzeitig dürfte sie auch die Nachfrage nach Immobilien beeinträchtigen, was vielerorts zu einem Preisverfall führen könnte.

Für diejenigen, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaufen, hätte das zweierlei Folgen. Erstens: Ein Verkauf des Objektes brächte womöglich nicht den erhofften Gewinn. Im schlimmsten Fall müssten sogar Einbußen gegenüber dem Kaufpreis hingenommen werden.

Und zweitens: Die finanzierende Bank könnte einen Preisrückgang zum Anlass nehmen, um die Kreditsicherheiten - sprich die Immobilie - neu zu bewerten. Stellt sie dabei fest, dass sich die Relation von Fremdkapital und Objektwert, der Beleihungswert also, zu sehr verschlechtert hat, so kann sie den Käufer erneut zur Kasse bitten. Nicht jeder dürfte in der Lage sein, das dann geforderte zusätzliche Kapital aus dem Stand aufzubringen.

Komplexe Probleme also, die in der Zukunft vielerorts auftreten können. Gegenwärtig allerdings scheint sich daran noch kaum jemand zu stören. Im Gegenteil, das Immobiliengeschäft läuft nach wie vor auf Hochtouren. Triple-A-Chef Martínez etwa hat beim Projekt "Lux" in Berlin schon fast die Hälfte seiner geplanten 64 Wohneinheiten verkauft, teilt seine Vertriebsfirma Ziegert mit. Dabei wurde noch nicht einmal der erste Spaten in den Baugrund gestochen.

Derzeit wird das geschichtsträchtige Grundstück im Bereich der 1673 gegründeten Dorotheenstadt noch von Archäologen untersucht, die dort bereits Wohnanlagen aus dem 19. Jahrhundert gefunden haben. Frühestens im Mai wird Martínez mit dem Bau des "Lux" beginnen können - und wenn alles glatt läuft, können die Käufer der Luxuswohnungen im Frühjahr 2014 ihre neue Bleibe beziehen.

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