Donnerstag, 20. Juni 2019

US-Immobilienmarkt Hedgefonds wetten auf Wende für Hauspreise

Markt am Boden: Hauspreise in US-Metropolen
Corbis

Bringt 2012 die lang ersehnte Erholung des US-Immobilienmarkts, wo die Finanzkrise begann? Noch fallen die Preise auf breiter Front, in manchen Städten sind Häuser um gut die Hälfte billiger als im vergangenen Boom. Doch jetzt melden sich wieder Optimisten zu Wort - und setzen Geld ein.

Hamburg - Schlimmer kann es nun wirklich nicht mehr werden. So sehen es wohl die Experten von Goldman Sachs. "Der Boden der Hauspreise ist wahrscheinlich in Sicht", schreiben die Investmentbanker in einem neuen Bericht. Im kommenden Jahr würden sich Wohnimmobilien in den USA wohl noch um etwa 3 Prozent verbilligen, bevor sie sich im kommenden Jahrzehnt um rund 30 Prozent verteuern.

Die USA könnten es gebrauchen, und die Weltwirtschaft auch. Noch immer lasten die Folgen der geplatzten Spekulationsblase der 2000er Jahre auf den Vermögen der Privathaushalte, auf der Baubranche und auf den Aussichten für eine Belebung der Konjunktur. Der wichtigste Krisenherd, der den Weltenbrand der Finanzkrise entfachte, schwelt weiter.

Laut dem aktuellen Case-Shiller-Index (Zahlen für Oktober wurden Ende Dezember veröffentlicht) haben die US-Hauspreise auch in diesem Monat einen neuen Tiefpunkt markiert. Im Durchschnitt der 20 wichtigsten Metropolen sind sie seit April 2006 um 33 Prozent gefallen, in Las Vegas, Phoenix und Miami um mehr als die Hälfte. Der Monatswert von Oktober verschlechterte sich in 19 der 20 Städte gegenüber September; saisonbereinigt, weil der Herbst traditionell eine schwache Verkaufszeit ist, gab es immerhin viermal ein Plus.

Die Hoffnung, dass die Luft aus der Blase komplett entwichen sei und die Zeit für einen neuen Aufschwung komme, wurde schon oft geschürt. Doch nun wird das große Geld darauf gesetzt. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" investieren milliardenschwere Hedgefonds wie Caxton, SAC Capital, Avenue Capital oder Blackstone in die Branche, kaufen Aktien oder Anleihen von Hausbaufirmen und Hypothekenpapiere - der gleiche Stoff, der zuletzt noch als "toxisch" galt. "Wir sind jetzt Immobilienbullen", zitiert das Blatt Andrew Law, den Anlagechef von Caxton. "Ein Aufschwung wird kommen."

Immerhin einige Indikatoren taugen als Zeichen dafür. Der Überhang zum Verkauf stehender Häuser ist von bis zu vier Millionen in der Krise auf 2,5 Millionen geschrumpft. Statt zehn Monate - wie noch Ende 2010 - ist ein Haus im Durchschnitt nur noch für sieben Monate auf dem Markt. Im November waren 681.000 Baugenehmigungen für neue Häuser vergeben, ein Fünftel mehr als im Jahr zuvor - und im Vergleich zu nur 300.000 verkauften Neubauten in diesem Jahr, dem niedrigsten Wert seit Erhebung der Zahlen. Erstmals seit 2005 dürften die Investitionen in Wohnbauten 2011 einen positiven Beitrag zur Wirtschaftsleistung gebracht haben, auch die Beschäftigung am Bau nimmt wieder zu.

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