Offene Immobilienfonds Aberdeen löst "Degi International" auf

Neue Hiobsbotschaft für Anleger von Immobilienfonds. Die Fondsgesellschaft Aberdeen kündigt an, nun auch den Fonds "Degi International" wegen Liquiditätsnot aufzulösen. Anleger sollen bis Oktober 2014 in halbjährlichen Schritten ausgezahlt werden. Sie müssen aber mit Abschlägen rechnen.
Skyline von Manhattan: Degi International war zwar auf Europa fokussiert, hatte aber auch eine globale Beimischung

Skyline von Manhattan: Degi International war zwar auf Europa fokussiert, hatte aber auch eine globale Beimischung

Foto: AFP

Frankfurt am Main - Die Aberdeen Immobilien Kapitalanlagegesellschaft gibt die Auflösung ihres offenen Immobilienfonds Degi International bekannt. Nach intensiven Gesprächen mit den Vertriebspartnern konnte nicht garantiert werden, dass die verfügbaren liquiden Mittel für eine nachhaltige Beendigung der Rücknahmeaussetzung spätestens zum 16. November 2011 ausgereicht hätten, teilte Aberdeen mit. Im Interesse der Gleichbehandlung aller Anleger sehe die Geschäftsführung daher keine Alternative zur geordneten Auflösung des Fonds.

Nach ausführlichen Gesprächen mit den Vertriebspartnern habe sich gezeigt, dass die Rückgabebegehren der rund 70.000 Anleger bei Wiedereröffnung des Fonds die verfügbare Liquidität übersteigen würden, hieß es weiter.

Die Geschäftsführung der Aberdeen Immobilien Kapitalanlagegesellschaft mbH hat daher im Interesse der Gleichbehandlung aller Anleger beschlossen, die Verwaltung des Degi International zum 15. Oktober 2014 zu kündigen. Das Sondervermögen werde geordnet aufgelöst. Damit werde die Aussetzung der Anteilscheinrücknahme und -ausgabe endgültig.

Im Rahmen der Auflösung plant Aberdeen in sechsmonatigem Turnus Auszahlungen vorzunehmen, erstmals im April 2012. Alle Anleger erhalten pro Anteilschein einen bestimmten Betrag ihres Investments zurück, gleichzeitig sinkt der Anteilpreis ihrer Anlage entsprechend. Diese Methode wiederholt sich halbjährlich nach entsprechenden Veräußerungserlösen über den Zeitraum der gesamten dreijährigen Auflösungsfrist bis zum 15. Oktober 2014. Dabei wird für alle Anleger die gleiche Auszahlungsquote gewährleistet und die geordnete Auflösung stellt die Gleichbehandlung aller Anleger unabhängig vom investierten Volumen sicher.

Weitere Fondsauflösungen wegen Liquiditätsmangel

Aberdeen steht mit der Auflösung seines Fonds nicht allein. Erst vor wenigen Tagen hatte die Fondsgesellschaft Axa bekanntgegeben, ihren Immobilienfonds "Axa Immoselect" aufzulösen.

Hintergrund: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst 2008 hatte ein Dutzend offener Immobilienfonds schließen müssen, weil Anleger massiv Geld abzogen. Inzwischen haben mehrere Anbieter die Auflösung von Fonds angekündigt. Betroffen sind beispielsweise: Der "Degi Europa", der "Morgan Stanley P2 Value", der "Kanam US-Grundinvest" sowie der "PMIA" für Commerzbank-Kunden. Sie hatten es nicht innerhalb der gesetzlichen Frist geschafft, mit dem Verkauf von Teilen ihrer Immobilien genügend Geld für eine Wiederöffnung zu beschaffen.

Noch vor wenigen Wochen hatte ein Sprecher der Fondsgesellschaft Aberdeen gesagt, man sei weiter zuversichtlich, den Fonds "Degi International" spätestens im November wieder öffnen zu können.

cr/la
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