Freitag, 20. September 2019

Immobilien in Deutschland Preise steigen um bis zu 20 Prozent

Ranking: In welchen Städten die Wohnungspreise stark steigen
DPA

Neue Eigentumswohnungen haben sich in den vergangenen zwei Jahren drastisch verteuert. In allen deutschen Großstädten über 500.000 Einwohner legten die Preise zu - in der Spitze um bis zu 20 Prozent, wie Berechnungen von manager magazin auf Grundlage von Daten der Landesbausparkassen ergeben.

Berlin - Die Preise für Immobilien steigen in deutschen Großstädten weiter rasant an. Um bis zu 20 Prozent haben sich Neubau-Eigentumswohnungen in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern in den vergangenen zwei Jahren verteuert.

Berechnungen von manager magazin auf Grundlage von Daten der Landesbausparkassen ergeben, dass sich die Entwicklung quer durch die Republik zieht und längst nicht nur München, Frankfurt und Hamburg betreffen, wie es zuletzt der Fall war.

In manchen Städten beschleunigt sich die Entwicklung besonders dramatisch. In Nürnberg müssen Immobilienkäufer in diesem Jahr fast 18 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr. Auch Berlin und Dresden liegen im Ranking weit vorn. Der deutliche Preisanstieg macht für Investoren auch B-Lagen interessant, da in den Toplagen eine Überhitzung droht.

Die Bausparkassen erwarten bis Jahresende bei Wohnimmobilien in Deutschland einen Preisanstieg um durchschnittlich bis zu 3 Prozent. Steigende Einkommen führten zu einer größeren Wohnungsnachfrage, heißt es in einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichte Analyse der Landesbausparkassen (LBS). Zugleich werde das Angebot an schon gebauten Häusern und Wohnungen knapper, und die Zahl der Neubauten wachse nur langsam. "Wir spüren ein deutlich höheres Kaufinteresse", sagte LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm.

Regional seien die Unterschiede sehr groß. Die beliebten Einfamilienhäuser kosteten in den teuersten Städten zehnmal mehr als in den preisgünstigsten. An der Spitze der Großstädte liege derzeit Wiesbaden mit einem Durchschnittpreis von 750.000 Euro vor München mit 710.000 Euro und Heidelberg mit 550.000 Euro. Die Zahlen basieren auf einer Umfrage bei den Bausparkassen, die im vergangenen Jahr rund 31.500 Immobilien vermittelten.

Auch bei gebrauchten Eigentumswohnungen stellen die LBS eine steigende Nachfrage fest. Das große Angebot drücke aber noch auf die Preise, sagte Hamm. Im Vergleich zu neue gebauten Wohnungen seien gebrauchte für 35 bis 40 Prozent weniger zu haben. In großen und mittlere Städten Nord- und Ostdeutschlands lägen die Quadratmeterpreise häufig unter 1000 Euro, im Süden bei gut 1500 Euro.

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nis/dpa

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