Montag, 25. Mai 2020

Ferienimmobilien Millionenpoker auf Sylt und Usedom

Sylt, Norderney, Usedom: Wo der Ferienhauskauf lohnen kann
DPA

Immer mehr Deutsche kaufen sich ihr eigenes Ferienhaus. Hauptmotiv ist der Wunsch nach einer dauerhaften Bleibe am liebsten Urlaubsort - und die Hoffnung auf eine gute Rendite. Da die Preise jedoch nicht nur auf Rügen, Usedom und Sylt teils hohes Niveau erreicht haben, steigen auch die Risiken für Investoren.

Hamburg - Der Erwerb einer Immobilie, mit der man Geld verdienen und gleichzeitig Spaß im Urlaub haben kann, ist der Traum vieler Deutschen. Vor allem an der deutschen Nord- und Ostseeküste berichten Makler durchweg von lebhaftem Kaufinteresse, das oft auf ein begrenztes Angebot trifft - zur Freude der Verkäufer.

"Es besteht eine extrem hohe Nachfrage, allerdings gibt es kaum Neubauprojekte", sagt etwa Andreas Pilz, bei Engel & Völkers (E&V) verantwortlich für Ostfriesland inklusive der dortigen Inseln. Ähnlich klingt die Darstellung in einem aktuellen E&V-Marktbericht für die Ostseeinsel Usedom: Die Nachfrage nach Zweitwohnimmobilien übersteigt nach wie vor das Angebot, heißt es dort. Der Erwerb einer Immobilie in begehrter Lage stelle eine sichere Vermögensanlage dar, denn die Preise seien auf hohem Niveau stabil.

Oder sogar steigend, wie offenbar auf Sylt. Tom Kirst, Inhaber der Niederlassung des Nobelmakler Dahler & Company auf der deutschen Promi-Insel Nummer eins, sagt: "Seit sechs Monaten haben wir sehr viel Nachfrage. Inflationsängste und der Mangel an attraktiven Anlagealternativen rückt bei vielen Investoren offenbar nach wie vor den Immobilienkauf in den Fokus."

Häuser-Hopping: Verkauf mit Gewinn ist eingeplant

Nach Angaben von Kirst haben die Preise auf Sylt in den vergangenen Monaten erheblich zugelegt. Und auch für die Zukunft seien weitere Steigerungen abzusehen. "Vor allem um unbebaute Grundstücke, etwa in Kampen, wird zurzeit gepokert", so Kirst. "Bauträger spekulieren auf weiter steigende Preise und zahlen schon heute Summen, die sich nur rechnen, wenn die Entwicklung der vergangenen Jahre auch künftig so weiter geht." Der Makler sieht allerdings keinen Grund, der dagegen sprechen würde.

Die Beobachtungen der Makler decken sich mit den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage, die E&V zusammen mit dem Online-Vermittler Homeaway durchgeführt hat. Deren Tenor: Der Erwerb eines Zweithäuschens kann finanziell seine Reize haben.

Gleich mehrere Umfrageergebnisse deuten darauf hin. Zum Beispiel: 73,1 Prozent der Befragten, die kürzlich ein Ferienhaus oder eine -wohnung verkauft haben, konnten dabei einen Gewinn einstreichen. 82 Prozent gaben an, zumindest den erhofften Preis erzielt zu haben.

Zwei Drittel aller Ferienimmobilien seien im Wert gestiegen, so die Studie weiter. Und zwar um im Schnitt um 27,9 Prozent. Die durchschnittliche Haltedauer gibt die Umfrage zwar nicht an. Laut E&V-Wohnimmobilienvorstand Kai Enders bleiben Ferienimmobilien jedoch durchschnittliche fünf bis sechs Jahre im Besitz seiner Klientel.

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