Donnerstag, 27. Juni 2019

Gewerbeimmobilien in Japan An Tokio führt kein Weg vorbei

Hochhäuser in Tokios Shiodome-Viertel: Nur 0,8 Prozent der Gewerbeimmobilien in den Ballungsräumen Japans wurden beim Erdbeben beschädigt

Trotz Erdbeben, trotz Tsunami, trotz Reaktorkatastrophe: Tokio und Osaka gelten unter Experten als Topadressen für Gewerbeimmobilien. Nur die Experten von Union Investment Real Estate scheren aus - und lassen ihren Japanfonds auf Eis liegen.

Hamburg - Gut zwei Monate nach dem Erdbeben, dem Tsunami und dem Beginn der Reaktorkatastrophe in Japan lässt sich das Unglück auch in Zahlen fassen. Das Bruttoinlandsprodukt Japans schrumpfte im ersten Quartal 2011 um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal, womit Japan derzeit in einer Rezession steckt.

Auch die Zahlen der Rückversicherer klingen auf den ersten Blick alarmierend. Allein die Ereignisse in Japan dürften die Munich Re mit rund 1,5 Milliarden Euro etwa so teuer zu stehen kommen wie alle Naturkatastrophen von 2010 zusammen. Der Branchenzweite Swiss Re rechnet mit bis zu 850 Millionen Euro Schaden und der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück mit rund 250 Millionen Euro.

Und die japanische Regierung rechnet mittlerweile damit, dass die Schäden an Gebäuden, Fabriken, Straßen und Infrastruktur zwischen 140 und 215 Milliarden Euro liegen werden.

Ein näherer Blick auf die Folgen der Katastrophe für Japan lässt Anleger indes aufatmen - zumindest wenn sie in Immobilien vor Ort investiert sind.

So gaben nach Angaben der Tokioter Fire an Disaster Management Agency lediglich drei Gebäude dem Erdbeben komplett nach, drei weitere stürzten zum Teil ein, 35 trugen Schäden davon. Im Verhältnis zur Größe des Ballungsraums sind solche Zahlen indes gering.

Moody's lässt Anleger aufatmen

So ermittelten beispielsweise die Analysten der Ratingagentur Moody's, dass nur 0,8 Prozent aller Gewerbeimmobilien in den Ballungszentren des Landes von der Naturkatastrophe am 11. März beschädigt wurden. Die Zahlen basieren auf einer Erhebung bei japanischen Immobiliengesellschaften, die mehr als zwei Drittel der Gebäude in den Millionenstädten Japans besitzen.

In den großen Ballungsräumen Tokio und Osaka sind auch jene drei deutschen offenen Fonds investiert, die mehr als zehn Prozent ihres Immobilienvermögens auf der ostasiatischen Insel verorten.

"Die Mieter nutzen unsere Immobilien ohne Einschränkung", sagt Ulrich Steinmetz, Managing Director von RREEF, dem für Immobilien-Investments des Asset Managements verantwortlichen Geschäftsbereich der Deutschen Bank. Die japanischen Kollegen würden gar von "Normalität" sprechen.

Das Portfolio des offenen Immobilienfonds "grundbesitz global" enthält derzeit fünf Immobilien in Japan. Gemeinsam bringen es die Gebäude auf einen Wertanteil von 16 Prozent oder 516 Millionen Euro am Fondsvermögen. Vier der Immobilien befinden sich im Großraum Tokio, was 10,8 Prozent des Immobilienvermögens entspricht. Ein weiteres Objektsteht für 5,2 Prozent des Immobilienvermögens des Fonds: der Flagship-Store der japanischen Modekette Uniqlo im 500 Kilometer südwestlich von Tokio gelegenen Osaka.

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