Dienstag, 17. September 2019

Geldanlage Rare Chancen am US-Immobilienmarkt

Blick auf Manhattan, New York City: An einigen Orten in den USA erwachen die Immobilienmärkte wieder zu neuem Leben

Die USA taumeln seit Monaten durch die Grauzone zwischen Rezession und Aufschwung. Genauso geht es den dortigen Immobilienmärkten: Vielerorts liegen Mieten und Preise am Boden - in einigen Städten ist ein beginnender Aufschwung jedoch erkennbar. Erste Chancen für Investoren tun sich auf.

Hamburg - An der Wirtschaft in den USA können sich Pessimisten und Optimisten derzeit gleichermaßen ergötzen. Wenig ansehnlich ist nach wie vor die hohe Arbeitslosigkeit sowie die gewaltige Staatsverschuldung, die das Land in jüngster Zeit angehäuft hat. Auch die Tatsache, dass die Notenbank Fed das Land nach wie vor zu Niedrigstzinssätzen mit viel Liquidität versorgt, stimmt nicht eben zuversichtlich.

Auf der anderen Seite gibt es jedoch klare Anzeichen dafür, dass auch in Übersee die Krise allmählich überwunden wird. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) etwa dürfte in diesem und im kommenden Jahr um mehr als 3 Prozent expandieren. Schon 2010 stand ein klares Plus unter dem Strich. Und bei der Arbeitslosigkeit gab es zuletzt eine unverkennbar positive Tendenz.

Ein Spiegelbild bietet der US-Immobilienmarkt. Zunächst die dunkle Seite: Nach wie vor fehlt vielerorts wegen der schwachen Wirtschaftlage die Nachfrage nach Objekten und Flächen. Die Mieten und Preise sind im Keller und machen kaum Anstalten, heraus zu kommen. Vor allem der US-Eigenheimmarkt ist durch ein zu hohes Angebot und säumige Kreditnehmer weiter stark belastet, schreibt die IVG Immobilien AG in einem Marktbericht.

Banken sterben nach wie vor im Monatstakt

Im Monatstakt sterben zudem in den gesamten Vereinigten Staaten weiterhin Banken, die vor dem Platzen der Immobilienblase Hypothekendarlehen zu großzügig vergeben hatten. Allein im April 2011 schlossen die Behörden landesweit 13 kleinere Institute, denen besonders ihre Gewerbeimmobilienkredite zur untragbaren Last geworden waren, berichtet die Beratungsgesellschaft Trepp. In diesem Jahr summiert sich die Zahl der Pleiten von Geldhäusern damit auf etwa 40, seit 2009 verschwanden schon deutlich mehr als 300 der insgesamt etwa 8000 Institute in den USA von der Bildfläche.

Eine weitere Hiobsbotschaft, just vom vergangenen Wochenende: Der US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae, der bereits viele US-Staatsmilliarden verschlungen hat, meldet erneut einen Milliardenverlust. Wiederum muss die US-Regierung mit fast zehn Milliarden Dollar aushelfen.

Auf der anderen Seite gibt es jedoch zahlreiche Lichtblicke. So ist beispielsweise das Interesse internationaler Investoren an US-Immobilien wieder erwacht. Vor der Wirtschaftskrise hatten die Großanleger aus aller Welt den Markt für Büro- und Einzelhandelsgebäude heiß gekauft und die Preise in teils irrationale Höhen getrieben. Dann kam die Wende: Den Käufern fehlte nach Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise das Geld, die Preise brachen ein.

Inzwischen sind die Investoren zurückgekehrt, weltweit und in den USA. Schon 2010 stieg das globale Transaktionsvolumen am Gewerbeimmobilienmarkt nach Angaben des Beraterhauses Jones Lang LaSalle (JLL) um etwa 50 Prozent auf 316 Milliarden Dollar. Die Region Nord-, Süd- und Mittelamerika erzielte dabei den höchsten prozentualen Anstieg, von 45 Milliarden Dollar auf 97 Milliarden Dollar. Im Jahr 2009 hatte der Markt allerdings den tiefsten Punkt seit 2003 erreicht.

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