Freitag, 6. Dezember 2019

Geldanlage Und wieder locken die Holland-Immobilien

Bürogebäude: Wo sich in Holland das Investment lohnt
dapd

3. Teil: Wo sitzt der beste Fondsmacher?

Nicht einfach also für die Initiatoren deutscher Fonds und deren Anleger, eine vernünftige Investitionsentscheidung zu treffen. Um zum größtmöglichen Erfolg zu gelangen, das scheint klar, benötigen die Fondsmacher auch am holländischen Markt vor allem zweierlei: Ausgezeichnete Marktkenntnis und eine exzellente Vernetzung vor Ort.

Anleger, die Anbieter mit diesen Qualitäten suchen, haben es indes nicht einfach. Beispiel MPC Capital: Das Emissionshaus aus Hamburg ist derzeit mit seinem Hollandfonds Nummer 72 am Markt, eine Zahl die eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet vermuten lässt. Und tatsächlich steht mit Stefan Viering ein erfahrener Mann an der Spitze des Immobilienfondsbereichs. Allein 29 der 72 MPC-Hollandfonds gehen nach Angaben des Hauses auf Vierings Konto, mit 52 Objekten und einem Gesamtinvestitonsvolumen von 1,2 Milliarden Euro.

Mit Hanno Weiß ist allerdings ein weiterer Manager, der jahrelang maßgeblich für die Hollandfonds von MPC verantwortlich war, nicht mehr an Bord. Weiß, der am niederländischen Immobilienmarkt eigenen Angaben zufolge bereits Investitionen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro getätigt hat, wechselte vor wenigen Jahren zum Wettbewerber Lloyd Fonds, ebenfalls Hamburg - und nahm sein Know-how und sein Netzwerk naturgemäß mit dorthin.

Auch an der Spitze des Immobilienteams von Lloyd Fonds bringt Weiß Hollandfonds auf den Markt. Den Fokus legt er dabei zurzeit auf die Randstad, das wirtschaftliche Zentrum der Niederlande. "Darüber hinaus gibt es aber auch in kleineren Städten in sehr guten Lagen attraktive Immobilien", sagt Weiß. "Sofern sie mit bonitätsstarken Mietern und langfristigen Mietverträgen ausgestattet sind."

Umfangreiche Personalrochaden

Ein anderes Beispiel: Das Emissionshaus Buss Capital ist bislang vor allem als Spezialist für Containerinvestments und Schiffsfonds in Erscheinung getreten. Seit kurzem hat Buss nun auch Immobilienfonds im Angebot, insbesondere Hollandfonds. Ein Newcomer also?

Keineswegs: Der Mann hinter den Fonds heißt Peter Kallmeyer und hat für andere Arbeitgeber zusammen mit seinem Team in den Niederlanden bereits an die 80 Gebäude erworben. Nahezu 50 Fonds mit einem Investitionsvolumen von insgesamt mehr als 1,2 Milliarden Euro wurden daraus. Kallmeyer arbeite seit über 15 Jahren mit denselben Maklern, Notaren und Beratern zusammen, heißt es bei Buss Capital. Er sehe deshalb alle Core-Immobilien, die auf dem Markt sind, als einer der ersten.

Auch Kallmeyer legt sein Augenmerk derzeit vor allem auf Bürogebäude. "Wir konzentrieren uns momentan auf die sogenannten zweiten Städte in wirtschaftsstarken Regionen wie der Randstad oder den südlichen Landesteilen", sagt er. "Dort kann man attraktive Renditen erzielen und stellt in 1A-Lagen gleichzeitig die langfristige Nachfrage nach Mietern und Käufern sicher."

Einen wesentlichen Teil seiner Karriere hat Holland-Spezialist Kallmeyer just beim Emissionshaus Wölbern verbracht, wo er zwischen 1993 und 2000 den Immobilienfondsbereich mit aufbaute und die ersten 35 Hollandfonds des Hauses auf den Markt brachte.

Bei Wölbern wiederum gab es zuletzt umfangreiche Personalrochaden. Das Management, das derzeit für die Niederlande-Sparte verantwortlich zeichnet, ist nach Angaben des Unternehmens zum Großteil erst seit Anfang 2010 an Bord. Chef-Immobilieneinkäufer und Fondskonzeptionär Patrick Hemmingson war zuvor zudem einige Jahre beim Wettbewerber MPC. Dort hat er nach eigenen Angaben die Immobilien für etwa ein halbes Dutzend Hollandfonds erworben sowie die Beteiligungsgesellschaften konzipiert.

Zumindest im Falle Wölberns führt also wohl die Angabe Hollandfonds 69, 70 und 71 ein wenig in die Irre. Aus Sicht des Managements müsste es vielleicht besser heißen: Hollandfonds Nummer acht, neun oder zehn.

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