Samstag, 14. Dezember 2019

Geldanlage Und wieder locken die Holland-Immobilien

Bürogebäude: Wo sich in Holland das Investment lohnt
dapd

2. Teil: "Die Randstad kann als attraktivste Region bezeichnet werden"

Die Ausgangslage erscheint also vielversprechend, denn die meisten Initiatoren hierzulande erwerben derzeit vorzugsweise Bürohäuser für ihre Beteiligungsofferten. Und hinzu kommt: Damit haben die Anleger auch in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen gemacht. Bis 2004 flossen Jahr für Jahr bis zu 500 Millionen Euro Eigenkapital von deutschen Privatinvestoren in Hollandfonds. Dann wendete sich am Markt in den Niederlanden das Blatt, internationale Großanleger übernahmen das Ruder.

Die Folge: In Deutschland wurden zwar zeitweise kaum noch neue Hollandfonds auf den Markt gebracht. Für die bestehenden Beteiligungsgesellschaften bot sich jedoch die Gelegenheit, Objekte lukrativ zu veräußern. Mehrere Anbieter nutzten in den Jahren 2006 und 2007 diese Chance. Das Bankhaus Wölbern etwa - Vorläufer der heutigen Wölbern Invest - stieß auf einen Schlag 72 Immobilien aus 46 Hollandfonds ab. MPC Capital verkaufte sogar 99 Immobilien aus 27 Fonds. Und HCI Capital trennte sich von den Objekten aus sechs Beteiligungsgesellschaften.

So groß war seinerzeit der Hunger der institutionellen Investoren nach Immobilienanlagen, dass für Pakete wie jene der deutschen Emissionshäuser sogar Aufschläge gezahlt wurden. MPC etwa kassierte bei dem Megadeal für die Anleger beinahe eine Milliarde Euro.

Welche Stadt soll es sein?

Diese wilden Zeiten liegen jedoch inzwischen lange zurück. Jetzt heißt es aus deutscher Sicht wieder: Investieren in Holland. Und dabei liegt die Tücke - wie so oft - im Detail. "Zwar bietet der holländische Büroimmobilienmarkt zurzeit gute Investitionsmöglichkeiten", sagt etwa Ruben Langbroek, örtlicher Research-Chef von JLL. "Wie attraktiv die Objekte im Einzelnen sind, hängt aber von vielen Faktoren ab." Als Beispiele nennt Langbroek die erwartete Rendite, die Risikoneigung sowie den Anlagehorizont des Investors.

Vor allem aber kommt es wie immer am Immobilienmarkt auf die Lage an, sprich: Welche Stadt soll es sein, und welcher Standort innerhalb dieser Stadt? "Grundsätzlich kann man sagen, dass auch in Holland die Büromärkte in den Städten am attraktivsten sind, in denen auch die wirtschaftlichen Aussichten und die demografische Entwicklung stimmen", sagt Langbroek. Zudem sollte die Infrastruktur für angenehme Lebensverhältnisse sorgen, so der Experte.

Namentlich trifft dies vor allem auf die vier großen Städte der Niederlande zu: Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht, die den Kern des Ballungsgebietes Randstad bilden. "Die Randstad kann als attraktivste Region bezeichnet werden", sagt Langbroek. "Allerdings gibt es auch innerhalb dieser Region Städte mit hohen Leerstandsraten. Und selbst in den großen Städten finden sich Stadtteile und einzelne Objekte, die höhere Risiken bergen."

"Investoren müssen sehr genau hinschauen", meint auch CBRE-Experte Wolters. "Die Wirtschaft wächst zwar. Wegen der modernen Kommunikationsmöglichkeiten und des Trends zu einer Flexibilisierung der Arbeitsorganisation werden viele Firmen künftig aber vergleichweise weniger Flächen benötigen." Zudem, so Wolters, gibt es seit einiger Zeit eine weitere Entwicklung, die beachtet werden sollte: Die Firmen wollen nicht mehr am Stadtrand in Büroparks residieren, sondern zurück in die Zentren, zu Cafés, Restaurants und besseren Verkehrsanbindungen.

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