Immobilienmarkt kühlt ab Hauspreise in USA fallen deutlich – Vorbote für Deutschland?

Corona und Homeoffice ließen die Hauspreise in den USA explodieren. Doch nun werden immer mehr Häuser mit deutlichen Preisabschlägen angeboten. Ein Vorbote für den Immobilienmarkt in Deutschland?
Immobilienverkauf in Florida: Abschied von den Mondpreisen. Mehr als jeder zweite Hausverkäufer gewährt inzwischen deutliche Preisnachlässe

Immobilienverkauf in Florida: Abschied von den Mondpreisen. Mehr als jeder zweite Hausverkäufer gewährt inzwischen deutliche Preisnachlässe

Foto: Getty Images

Für Hausverkäufer in den Regionen Denver (Colorado), Tampa (Florida) oder Phoenix (Arizona) waren die beiden vergangenen Jahre paradiesische Zeiten. Zahllose Gutverdiener stürmten die dortigen Immobilienmärkte, in der Hoffnung, dort noch ein schönes und ruhiges Plätzchen für die Arbeit im Homeoffice zu ergattern. "Es kursierten diese Geschichten, dass der Nachbar sein Haus zu einem exorbitant hohen Preis verkauft habe, innerhalb kürzester Zeit, weil schon am ersten Wochenende nach der Verkaufsanzeige die Kaufinteressenten Schlange standen", erzählt Shauna Pendleton, Maklerin beim Online-Immobilienbroker Redfin. "Das hat natürlich zu unrealistischen Preiserwartungen geführt."

Doch diese Zeiten sind vorbei. Steigende Zinsen sorgen dafür, dass Hausbesitzer, die vor kurzer Zeit noch Fantasiepreise aufriefen, mit ihren Preisvorstellungen deutlich zurückrudern – in der Hoffnung, doch noch einen Käufer zu finden. Nach Berechnungen von Redfin haben mehr als 50 Prozent der Hausverkäufer in den einstigen Boom-Regionen Denver, Tampa, Sacramento, Phoenix, San Diego oder Portland ihre Preise im Juli deutlich gesenkt, wie aus einem Bericht von Bloomberg  hervorgeht. Landesweit sind es in den USA mehr als 20 Prozent. Das ist laut Redfin der höchste Anteil seit mehr als 10 Jahren.

Dass die Hauspreise nicht nur in den ehemaligen Boomregionen purzeln, hat mehrere Gründe. Die US-Notenbank Federal Reserve bekämpft die hohe Inflation mit einer Serie von Zinserhöhungen, für einen Immobilienkredit werden in den USA inzwischen wieder mehr als 5 Prozent Zinsen fällig. Tendenz steigend. Hinzu kommen die unsicheren Konjunkturaussichten sowie die Angst vor einer Rezession. Viele der Tech-Unternehmen, die vor wenigen Monaten noch Rekord-Einstiegsgehälter gezahlt haben, planen inzwischen den Abbau tausender Stellen.

"Hausbesitzer haben sich den neuen Realitäten rasch angepasst", erzählt Maklerin Pendleton. "Wer wirklich binnen einer überschaubaren Zeit sein Haus verkaufen will, der gibt jetzt deutliche Preisnachlässe." Dieser Trend habe sich seit dem Sommer verstärkt.

Selbst wenn im Herbst die Corona-Infektionszahlen wieder steigen sollten, rechnet niemand mit einer ähnlichen Homeoffice-Welle wie 2020 und 2021. Die Zeit der Höchstpreise auf dem Immobilienmarkt ist in den USA vorbei. In der Eurozone steigen die Zinsen zwar deutlich langsamer, weil die EZB sich um die hoch verschuldeten südeuropäischen Staaten sorgt. Doch steigende Hypothekenzinsen sowie die drohende Rezession haben auch in Deutschland bereits für eine spürbare Abkühlung des Immobilienmarktes gesorgt. Für potenzielle Hauskäufer eine gute Zeit, um über Preisnachlässe zu verhandeln.

la
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