Wissenswertes in Grafiken Gold glänzt immer

Wer sind die größten Goldproduzenten, wie groß sind die Reserven, wie entsteht überhaupt Gold und was muss ich beim Kauf beachten? Gold-Wissen in sieben Grafiken.
Gold hat zwei Preise: den Ankaufs- und Verkaufspreis

Gold hat zwei Preise: den Ankaufs- und Verkaufspreis

Foto: UNKNOWN/ AP

Der Krügerrand ist die am meisten gehandelte Goldmünze der Welt – und ist in Deutschland besonders gefragt. Über 700.000 Feinunzen gingen im vergangenen Jahr in den Export. 80 Prozent der Nachfrage kam dabei aus Deutschland, berichtete die südafrikanische Vermarktungsgesellschaft Prestige Bullion zuletzt.

Die Münze aus Südafrika ist als alternative Geldanlage beliebt. Sie wurde 1967 zum ersten Mal geprägt, mittlerweile greifen besonders in Krisenzeiten auch Kleinanleger auf die Münze zurück. Denn Edelmetalle gelten als krisensicher – unverwüstlich sind sie allemal. Doch ist das wirklich so? Lesen Sie, was man über Gold wissen sollte.

Wie entsteht Gold?

Kristalisiertes Gold auf Quarz

Kristalisiertes Gold auf Quarz

Foto: Alex Brandon/ AP

So einfach wie im Märchen "Tischlein Deck dich", in dem der Esel auf Kommando Gold spuckt, geht es leider nicht. Seit Jahrhunderten versuchen Menschen, Gold herzustellen, doch bislang scheiterten sie immer. Annika Dziggel, Professorin am Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik an der Universität Bochum, erklärt: "Gold als Element entsteht bei der sogenannten Nukleosynthese, zum Beispiel während einer Supernova oder einer Neutronenstern-Kollision." Die Goldelemente auf der Erde haben sich also vor etlichen Millionen Jahren gebildet.

Die Lagerstätten entstanden dann beispielsweise unter tektonischen Bedingungen, zum Beispiel während der Gebirgsbildung. "Dabei wird Gold in heißen wässrigen Lösungen aus dem Gestein gelöst, transportiert und dann zusammen mit Quarz und Sulfiden in Spalten wieder ausgefällt", sagt Dziggel. Es gebe aber auch Lagerstätten, die im Zuge von Vulkanismus entstanden, dann häufig als Kupfer-Gold-Vorkommen. Durch Verwitterung der Gebirgssteine kann Gold schließlich in Flüsse gelangen und oberirdisch als Nuggets oder andere kleine Teilchen gewaschen werden. Unterirsche Lagerstätten werden im Tagebau oder unter Tage abgebaut, je nach Tiefe der Lagerstätten.

Wo liegt das meiste Gold der Welt?

Der Fund von Gold sorgte im 19. Jahrhundert für große Einwanderungswellen in die USA, aber auch andere Länder wie beispielsweise Australien. Damals machten sich Zigtausend Abenteurer auf den Weg. Heute sind die Zeiten des großen Goldrushs vorbei, dennoch werden immer mal wieder neue Goldadern oder größere Goldbrocken von Privatpersonen entdeckt und sorgen für Furore. Längst liegt aber das großflächige Schürfen von Gold in professionellen Händen.

Gold kommt in vielen Ländern der Welt vor. "Die größten Goldvorkommen befinden sich jedoch in Südafrika," erklärt Dziggel. Aus dem Witwatersrand-Goldfeld bei Johannesburg stammt etwa ein Drittel des jemals geförderten Goldes. "Ein Großteil dieser Vorkommen ist bereits erschöpft",sagt die Wissenschaftlerin. Aktuell seien die größten Förderländer China, Australien und Russland. Die größte Goldmiene der Welt befindet sich in Südafrika im Witwatersrand-Becken.

Wann ist alles Gold abgebaut oder wie lange reichen die Reserven?

"Derzeit werden die Reserven auf circa 50.000 Tonnen Gold geschätzt, bei einer jährlichen Förderung von etwa 3000 Tonnen", berichtet die Professorin aus Bochum. Die Reserven könnten demnach in etwa 16 Jahren erschöpft sein.

"Aber", so schränkt die Expertin gleich ein, "die Menge der Reserven und Ressourcen hängt auch vom Preis und damit von der Nachfrage ab." Ist der Goldpreis hoch, lohne sich die Suche nach neuen Goldvorkommen. "Dann werden auch mehr Reserven identifiziert, die vorher als nicht wirtschaftlich eingestuft wurden." Ein Abbau kann sich schließlich bei hohen Goldpreisen lohnen.

"Die Menge der Reserven und Ressourcen ist damit eine höchst dynamische Zahl, die wenig darüber aussagt, wann der Rohstoff tatsächlich erschöpft ist", sagt Dziggel. Speziell bei Gold gehe zudem wenig verloren, da es nicht verbraucht wird wie beispielsweise Erdöl und Erdgas. "Gold kann recycelt werden und wird es auch."

Wer besitzt die größte Menge an Gold?

Mitte vergangenen Jahres machte die Meldung die Runde, dass deutsche Privatanleger erheblich mehr Gold in ihren Tresoren und Schließfächern hätten als die Deutsche Bundesbank. Tatsächlich haben viele Privatpersonen zu dem glänzenden Edelmetall gegriffen. Doch als Besitzer der größten Goldmengen gelten immer noch die einzelnen Länder. So verfügt die USA mit Abstand über die größten Goldreserven, gefolgt von Deutschland und Italien.

Was ist das beste Gold der Welt?

"Als Edelmetall kommt Gold in der Natur meist als Mineral in seiner elementaren Form vor", sagt Dziggel. Dabei kann es sich um Gold-Nuggets oder auch andere Formen handeln. "Gold kann je nach Lagerstättentyp bis zu 20 Prozent Silber enthalten", erklärt die Wissenschaftlerin. Die niedrigsten Silberanteile hat Gold aus Lagerstätten, in denen Gold zusammen mit Sulfidmineralen zum Beispiel in Quarzgängen vorkommt.

Eine Münze Krügerrand

Eine Münze Krügerrand

Foto: Donna McWilliam/ AP

Die Reinheit von Gold wird in Karat oder dem Feingehalt angegeben. Der Begriff Karat wird für Schmuck genutzt und gibt den Anteil von Gold in einer Legierung an. Gemessen wird dabei in 24teln Gewichtsanteilen. Acht Karat Gold bedeutet dann, dass ein Drittel des Gesamtgewichts aus reinem Gold besteht.

Der Feingehalt bezeichnet ebenfalls den Anteil von Gold in einer Legierung. Allerdings wird er in Tausendteilen also Promille vom Gesamtgewicht angegeben. 585er Gold bedeutet dann 585 Promille des Gesamtgewichts. 999 Feingehalt wird mit reinem Gold gleichgesetzt. Die meisten Goldmünzen bestehen aus 999er Gold.

Warum schwankt der Goldpreis?

"In den letzten 20 Jahren schwankte der Goldpreis zwischen rund 300 und 1880 Euro", berichtet Thomas Hentschel, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Besonders Krisenzeiten treiben den Preis in die Höhe. Einfluss haben dabei beispielsweise unvorhergesehene Geschehnisse wie Terroranschläge. Aber auch geopolitischen Spannungen wirken sich genauso wie die Angst vor Inflation, Währungskrisen und Rezession auf den Goldpreis aus.

In Krisenzeiten suchen Anleger stabile Werte und Gold erscheint als der sichere Hafen. Sinkt dann die Nachfrage wieder, fällt auch der Goldpreis. Dieses Verhalten ließ sich in jüngerer Vergangenheit beispielsweise während der Coronapandemie beobachten, genauso wie zu Beginn des Ukrainekriegs. Der Goldpreis stieg mit Beginn der Auseinandersetzung deutlich, einige Monate später ist der Kurs bereits wieder gesunken.

Weitere Faktoren für die Preisentwicklung sind auch eine geänderte Geld- und Zinspolitik. Steigen beispielsweise die Zinsen, sinkt der Goldpreis. Und zuletzt kann sich zudem die Goldfördermenge auf den Preis auswirken.

Gold als Geldanlage

"Auch wenn der Goldpreis aktuell zu Höchstpreisen notiert, ist Gold dennoch alles andere als eine sichere Geldanlage", betont Hentschel. Besonders wer auf eine hohe Rendite aus ist, wird mit Gold wahrscheinlich langfristig nicht glücklich. Zwar kann Gold Risiken im Portfolio abschwächen. Aber in der Vergangenheit schwankte der Goldpreis erheblich und brachte im Vergleich zu breitgestreuten Aktiendepots deutlich weniger ein. Zudem wirft Gold weder Zins noch Dividende ab.

Experten sind sich deshalb einig: Wenn überhaupt, dann sollte nur ein kleiner Teil des Vermögens in Gold angelegt werden. Deshalb rät Henschel, nicht deutlich mehr als zehn Prozent des Vermögens in Gold anzulegen.

Wie kauft man Gold und was eignet sich am besten?

Wer abgesehen von Schmuck in Gold investieren möchte, muss sich zunächst entscheiden, ob Münzen oder Barren gekauft werden sollen, alternativ bieten sich auch Wertpapiere an. Zu den beliebtesten Münzen zählen hierzulande Krügerrand, Eagle, Maple Leaf, Britannia, Wiener Philharmoniker und Känguru.

Neben Münzen lassen sich auch Goldbarren erstehen. Der Kauf von Minibarren gilt jedoch als teuer, ähnliches gilt auch für einzelne Münzen.

"Wenn Sie möglichst viel Gold für Ihr Geld erhalten möchten, sollten Sie besser einige wenige größere Münzen kaufen als viele kleine", rät der Finanzexperte der Verbraucherzentrale. Zudem wollten Banken und Goldhändler am Goldhandel mitverdienen, erklärt Henschel. "Es gibt zwei Preise: den Ankaufs- und den Verkaufspreis." Bei einer Unze liege der Verkaufspreis meist etwa sechs Prozent über dem Ankaufspreis. Ist der Kauf von einem Zehntel einer Unze geplant, lägen zwischen An- und Verkaufspreis dann schon mal rund 20 Prozent "Um dann aus der Verlustzone zu kommen, muss der Goldpreis erst um diese Spanne steigen", sagt der Experte.

Gold wird zudem in Dollar gehandelt, was sich auch auf den zu bezahlenden Preis auswirkt. Kauft man außerhalb des Dollarraumes Gold in Zeiten eines starken Dollars, zahlt der Käufer automatisch mehr.

Grundsätzlich gilt beim Kauf von Gold immer auf renommierte Anbieter zu setzen. Finanztip präferiert beispielsweise die Seiten Gold.de oder gold-preisvergleich.de.

Mehr zum Thema Gold als Anlage finden Sie hier.

Wo sollte man Gold aufbewahren?

Ein Platz im Tresor: Gold sicher aufbewahren

Ein Platz im Tresor: Gold sicher aufbewahren

Foto: Andreas Gebert/ picture alliance / dpa

Auch hier weiß die Verbraucherzentrale Rat. Als risikoreich wird die Aufbewahrung zu Hause im Schrank oder kleinem Safe bewertet. Ob nach einem eventuellen Diebstahl die Versicherung den Verlust trägt, hängt von der Hausratpolice ab. Sicherer ist das Schließfach in der Bank, doch kommen hier Kosten für den Platz im Tresor hinzu.

Was muss man beim Verkauf beachten?

Da Gold weder Zinsen noch Dividenden bringt, muss der Kurs steigen, um einen Gewinn einzubringen. Doch Vorsicht ist geboten: "Der Kursgewinn muss auch die angefallenen Kosten – wie zum Beispiel für ein Bankschließfach, die Gebühren beim Kauf oder Verkauf und die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis übersteigen", mahnt Henschel. Ansonsten ist die Investition in Gold ein Verlustgeschäft.

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