Star im SDax Corona-Gewinner Global Fashion Group - Aktie seit Jahresbeginn verdreifacht

Im Sommer vergangenen Jahres quälte sich die Global Fashion Group an die Börse. In diesem Jahr ist der Mode-Onlinehändler der Star im SDax. Nach neuen Geschäftszahlen und Ausblick hebt die Aktie zweistellig ab.
Patrick Schmidt (links), Christoph Barchewitz: Die Chefs der Global Fashion Group konnten mit dem Börsengang im vergangenen Jahr nicht zufrieden sein. Jetzt zählt das Papier zu den Überfliegern im SDax

Patrick Schmidt (links), Christoph Barchewitz: Die Chefs der Global Fashion Group konnten mit dem Börsengang im vergangenen Jahr nicht zufrieden sein. Jetzt zählt das Papier zu den Überfliegern im SDax

Foto: Matt Humphrey/Global Fashion Group

Gute Geschäfte im Sommer stimmen den Online-Modehändler Global Fashion Group (GFG) noch optimistischer für das laufende Jahr. Der Nettowarenwert dürfte währungsbereinigt statt um 20 Prozent sogar um 23 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro steigen, teilte die auf Schwellenländer ausgerichtete Beteiligung des Berliner Startup-Investors Rocket Internet am Donnerstagabend in Luxemburg mit. Zudem soll das bereinigte operative Ergebnis die Gewinnzone erreichen. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten.

Am Morgen legte ihr Kurs zeitweise um gut 18 Prozent zu und erreichte bei 6,53 Euro ein Rekordhoch. Zuletzt lag das Papier mit 10,8 Prozent im Plus bei 6,12 Euro und war immer noch mit Abstand Spitzenreiter im Kleinwerte-Index SDax. Analysten hätten beim operativen Ergebnis des Unternehmens bislang mit einem Verlust gerechnet, sagte ein Börsianer.

Der Online-Modehändler gilt genauso wie Zalando als Profiteur der Corona-Krise. Zalandos Zahlen und Ausblick kamen am Freitag am Markt ebenfalls gut an. Nach einem Einbruch zwischen Mitte März und Anfang April hatten sich die Bestellzahlen bei GFG rasch erholt. Den Angaben zufolge legte das Geschäft auch im dritten Quartal vor allem in Lateinamerika stark zu.

GFG-Aktie seit Jahresbeginn verdreifacht

Seit Jahresbeginn hat die GFG-Aktie ihren Wert bis zu diesem Morgen nahezu verdreifacht. Größter Anteilseigner des Unternehmens ist mit gut 37 Prozent die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik. Rocket Internet  ist noch mit rund 17 Prozent an dem Modehändler beteiligt.

Dabei war GFG der Börsengang im vergangenen Jahr nur mit viel Mühe gelungen. Die Platzierung der Aktien zum Preis von 4,50 Euro gelang nur mit kräftiger Unterstützung von Kinnevik und Rocket Internet.

Beim Umsatz geht GFG für das laufende Geschäftsjahr nun weiterhin von Erlösen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro aus. Das wäre etwa so viel wie im Vorjahr. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten (bereinigtes Ebitda) will der Online-Modehändler die Gewinnzone erreichen. Bisher hatte das Management hier lediglich die Gewinnschwelle erwartet. Unterdessen sollen die Investitionen mit rund 45 Millionen Euro so hoch ausfallen wie zuvor für den Höchstfall angepeilt.

Mango ist nur eine Modemarke (hier präsentiert vom britsichen Model Kate Moss, Bild Archiv), die die Global Fashion Group neben Nike, Asics oder Tommy Hilfiger weltweit vertreibt. GFG vertreibt aber auch hierzulande weniger bekannte Eigenmarken wie Colcci von Dafiti oder Edge Street von Lamoda

Mango ist nur eine Modemarke (hier präsentiert vom britsichen Model Kate Moss, Bild Archiv), die die Global Fashion Group neben Nike, Asics oder Tommy Hilfiger weltweit vertreibt. GFG vertreibt aber auch hierzulande weniger bekannte Eigenmarken wie Colcci von Dafiti oder Edge Street von Lamoda

Foto: Andy Rain/ dpa

Im dritten Quartal sei GFG gemessen am bereinigten Ebitda erneut profitabel gewesen, hieß es weiter. Der Nettowarenwert sei um 33 Prozent geklettert. Das Management erklärte dies mit einer starken Nachfrage seiner Kunden. Zudem habe das Unternehmen einen positiven Barmittelzufluss verzeichnet. Die vollständigen Quartalszahlen will GFG wie geplant am 12. November veröffentlichen.

rei/dpa-afx
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