Zehn Millionen Dollar Gewinn Wie Bill Gross im Gamestop-Hype die Nerven behielt

Bill Gross machte sich einst einen Namen als legendärer Anleiheinvestor. Doch im jüngsten Gamestop-Hype zeigte der Ex-Bondkönig, er kann auch Aktie.
"Perfekte Gelegenheit": Investor Bill Gross hat im Gamestop-Hype Millionen verdient

"Perfekte Gelegenheit": Investor Bill Gross hat im Gamestop-Hype Millionen verdient

Foto: © Jim Young / Reuters/ REUTERS

Mit den Aktien von Gamestop haben in den vergangenen Wochen viele Leute viel Geld verdient - oder verloren. Das Papier hatten Privatanleger, die sich über Onlineforen wie "Wallstreetbets" auf der Plattform Reddit  austauschten, um zeitweise bis zu 1700 Prozent in die Höhe getrieben. Viele Hedgefonds, die auf Kursverluste bei Gamestop gewettet hatten, wurden so auf dem falschen Fuß erwischt.

Einer, der bei Gamestop den richtigen Riecher hatte, war Ex-Bondking Bill Gross (76). Der Mitgründer des Anleiheinvestors Pimco, der nach einem Zwischenspiel bei der Investmentgesellschaft Janus Henderson 2019 in den Ruhestand wechselte, verriet dem TV-Sender Bloomberg in einem Interview , im Zuge des Gamestop-Hypes insgesamt zehn Millionen Dollar Gewinn gemacht zu haben - bislang. Noch habe Gross nicht alle seine Positionen aufgelöst.

Bemerkenswert erscheint dabei, wie Gross seinen Gamestop-Profit erzielte. Er schwamm nicht etwa mit der Masse der Privatanleger, die den Kurs in die Höhe trieben. Vielmehr setzte der Ex-Bondkönig, der mit Pimco eine Zeit lang legendäre Renditen am Anleihemarkt erzielte, bevor er sich 2015 im Streit von der Allianz-Tochter trennte, genau wie viele Hedgefonds auf fallende Gamestop-Kurse. Aber Gross bewies dabei besseres Timing - und Geduld. Denn nach der Kursexplosion im Januar ist der Preis der Aktien inzwischen ja tatsächlich wieder drastisch gefallen.

Er sei mit seinen Short-Wetten im Gamestop-Hype eigentlich zu früh dran gewesen, sagte der Investor Bloomberg TV. Zeitweise habe sein Minus zehn Millionen Dollar betragen - doch Gross wartete ab und kam doch noch auf seinen Schnitt.

Gegenwärtig verkauft Gross noch immer von Zeit zu Zeit Optionsscheine auf Gamestop-Aktien, wie er sagt: "Ich denke, es ist die perfekte Gelegenheit für Optionsverkäufer - nicht -käufer - einen Vorteil zu erzielen."

Gross hatte sich vor Jahren einen Ruf als König der Anleihemärkte erarbeitet. Mit der Investmentgesellschaft Pimco, die er mitgegründet und zum weltgrößten Bond-Investor gemacht hat, erzielte er regelmäßig hohe Renditen. Zur Hochzeit erreichen die von Pimco verwalteten Gelder ein Volumen von beinahe zwei Billionen Dollar. Dann kam es jedoch zum Bruch zwischen Gross und dem Unternehmen, dem er 2015 den Rücken kehrte.

Gross wechselte zur Janus-Henderson-Gruppe, für die er weiterhin - allerdings mit neuem Investmentansatz - in Anleihen investierte. Als die Erfolge ausblieben, zog er sich 2019 auch dort zurück.

Auch im Ruhestand ist Gross allerdings auf Gewinne wie jene aus dem Gamestop-Hype kaum angewiesen. Das US-Magazin "Forbes"  taxiert das Privatvermögen des Amerikaners auf 1,5 Milliarden Dollar.

cr
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