"Enigma" Weltgrößter geschliffener Diamant für Millionen versteigert

Er ist wohl mehr als 2,6 Milliarden Jahre alt und befand sich seit Jahrzehnten unter Verschluss: Der weltgrößte geschliffene Diamant "Enigma" erzielte bei einer Auktion einen Preis von 3,1 Millionen Pfund.
Mehr als zwei Milliarden Jahre alt: Der "Enigma"-Stein wurde für 3,16 Millionen Pfund versteigert

Mehr als zwei Milliarden Jahre alt: Der "Enigma"-Stein wurde für 3,16 Millionen Pfund versteigert

Foto: Leon Neal / Getty Images

Er ist 555,55 Karat schwer und war jahrelang vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen – nun ist der als "Enigma" bekannte größte geschliffene Diamant der Welt für 3,16 Millionen Pfund (3,8 Millionen Euro) versteigert worden. Der schwarze Diamant wechselte am Mittwoch auf einer Online-Versteigerung den Besitzer, wie das Londoner Auktionshaus Sotheby's mitteilte. Der seltene Stein, ein sogenannter Carbonado, war vor Kurzem erstmals öffentlich in Dubai, Los Angeles und London ausgestellt worden.

Der Käufer ist Richard Heart, ein Krypto-Unternehmer, der sich selbst als Milliardär bezeichnet. Sein nicht namentlich genannter bisheriger Besitzer hatte das im Guinness-Buch der Rekorde eingetragene Juwel in den vergangenen 20 Jahren nie gezeigt. "The Enigma" wurde von Experten so geschliffen, dass er 55 Facetten und die Form des handflächenförmigen Hamsa-Symbols hat, das in der Golfregion für Macht und Schutz steht. Der Schliff des riesigen Diamanten nahm wegen der außergewöhnlichen Härte des Steins drei Jahre in Anspruch.

Experten vermuten, dass der seltene schwarze Diamant vor mehr als 2,6 Milliarden Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten oder Asteroiden auf der Erde entstand. Sotheby's hatte den Diamanten vor der Auktion als "kosmisches Wunder" angepriesen. Als Zahlungsmittel bei der Auktion wurden auch Kryptowährungen zugelassen.

"Der Preis von 'Enigma' hat nicht ganz intergalaktische Dimensionen erreicht. Aber es lässt sich nicht leugnen, dass 'Enigma' ein Diamant ist, der seinesgleichen sucht", sagte Tobias Kormind, Geschäftsführer von Europas größtem Online-Juwelier, Mayfair. Während die meisten Diamanten in einer der zehn gängigsten Formen geschliffen würden, ähnele die Form des "Enigma" einer Hand.

Carbonados werden üblicherweise nicht für Schmuckstücke verwendet und auch nur selten versteigert. In jüngster Zeit haben die dunklen Steine aber an Beliebtheit gewonnen. Wegen ihrer besonderen Härte kommen sie üblicherweise bei industriellen Bohrarbeiten zum Einsatz.

cr/afp