Lukrative Präsenttipps Diese Geschenke haben den Rendite-Kick

Edle Uhren, Goldschmuck, Diamanten - es gibt Weihnachtsgeschenke, die geben gleichzeitig gute Geldanlagen ab. Vor dem Kauf ist allerdings einiges zu beachten.
Model mit Diamantschmuck: Edelsteine gehören zu den Geschenken, die im Laufe der Zeit wertvoller werden können

Model mit Diamantschmuck: Edelsteine gehören zu den Geschenken, die im Laufe der Zeit wertvoller werden können

Foto: EPA European Pressphoto Agency/ dpa

Das Fest steht vor der Tür, es gilt Geschenke zu kaufen. Echte Investmentprofis unter den Weihnachtsfüchsen belassen es aber nicht beim einfachen Präsent, das hübsch daherkommt, Freude bereitet oder Nutzen stiftet.

Nein: Unter den Weihnachtsbaum wird nur gelegt, was zusätzlich auch finanzielle Erwartungen erfüllt, was also Wertzuwachs verspricht oder anderweitiges Renditepotenzial birgt.

Doch was kann das sein? Ein edler Oldtimer, ein seltenes Kunstwerk? Eine teure Uhr? Hier der Überblick über die Möglichkeiten und die Vor- und Nachteile:

Oldtimer, Kunst, edle Tropfen - Luxusgeschenke mit Nachteilen

Auktionen alter Autos laufen auch ohne Weihnachtsgeschäft oft gut

Auktionen alter Autos laufen auch ohne Weihnachtsgeschäft oft gut

Foto: AP

Die Nachfrage nach vielen Liebhaberstücken ist auch ohne Weihnachtsgeschäft schon groß. Denn reiche Leute rund um den Globus wissen angesichts niedriger Zinsen und wackliger Aktienmärkte kaum noch wohin mit ihrem Geld. Villen, Häuser oder Wohnungen haben sie oft schon auf jedem Kontinent gleich mehrfach. Was bleibt da anderes als die exotische Geldanlage, wie es der Fachjargon nennt.

In diesem Genre gilt es sich also auch vor Weihnachten umzuschauen. Doch die Auswahl fällt nicht leicht: Ein Ferrari, eine Skulptur oder ein Gemälde für einige Millionen ist vielleicht doch ein paar Nummern zu groß. Stattdessen ein edler Rotwein oder ein schmackhafter Whisky? Leider steht in beiden Fällen die "Nutzung" des Geschenks in direktem Widerspruch zur möglichen Wertsteigerung.

Teure Uhren - bitte nicht berühren

Seit November die teuerste Uhr der Welt: 7,3 Millionen Schweizer Franken hat sich ein Bieter diese Patek Philippe 5016A kosten lassen

Seit November die teuerste Uhr der Welt: 7,3 Millionen Schweizer Franken hat sich ein Bieter diese Patek Philippe 5016A kosten lassen

Foto: Patek Philippe

Bleibt die Abteilung Glitzer und Funkel: Uhren, Goldschmuck, Diamanten.

Wobei: Viele Chronometer der Marke Patek Philippe sowie bestimmte Modelle von Rolex beispielsweise gelten zwar als vergleichsweise verlässliche Wertanlage. Auch bei Luxusuhren besteht aber das Problem, dass die Nutzung, sprich: das Tragen der Uhr, zur Wertsteigerung nicht eben beiträgt. So oder so sollten sich Käufer zunächst gut informieren. Denn es gibt deutlich mehr Uhren, deren Preis nicht steigt, als solche, die auch wertmäßig performen.

Gold - Münzen oder Barren statt Schmuck

Wenn Gold, dann Münzen oder Barren

Wenn Gold, dann Münzen oder Barren

Foto: Bundesbank/ dpa

Die nächste Alternative ist der Goldschmuck. Indes, wer Gold  in Gestalt der Halskette, des Armreifs oder des Fingerrings verschenkt, hat in Sachen Geldanlage den ersten Fehler schon gemacht. Fachleuten wie Robert Hartmann vom Edelmetallhändler Pro Aurum in München zufolge schlagen Goldschmiede für ihre Arbeit vor dem Verkauf nicht selten 100 Prozent und mehr auf den eigentlichen Materialwert. Mit letzterem kann aber lediglich kalkulieren, wer das Gold später wieder zu Geld machen will. Hartmann rät daher dringend: Wenn Goldgeschenk, dann in Form von Münzen oder Barren.

Nicht unerwähnt bleiben darf an der Stelle zudem, dass sich der Goldpreis seit einiger Zeit gelinde gesagt in einer Schwächephase befindet. Optimisten hoffen zwar auf einen baldigen Wiederanstieg des Preises. Nicht wenige Fachleute sehen angesichts geringer Inflation und kräftigem US-Dollar aber zunächst mal kaum Gründe dafür.

Diamanten - hoffen auf den Preisanstieg

Zweitgrößter Diamant aller Zeiten: Dieser 1111-Karat-Stein wurde im November in einer Mine in Botswana gefunden

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Foto: Lucara Diamond Corporation

Da ist die Situation am Diamantenmarkt möglicherweise erfreulicher. Dort haben sich die Preise 2015 ungefähr auf stabilem Niveau bewegt. Demnächst könnte es aber aufwärts gehen, sagt Ulrich Freiesleben von der Handelsplattform Diamondax.com. Der Grund: Vor dem Hintergrund der schwächelnden Weltwirtschaft haben die Minengesellschaften ihr Angebot verknappt, so der Experte. Das könne sich bereits im kommenden Frühjahr positiv auf die Preise auswirken könne.

Ebenfalls erfreulich: Die sonst üblichen saisonalen Aufschläge kurz vor Weihnachten gibt es nach Freieslebens Beobachtung in diesem Jahr nicht. Und das, obwohl die Nachfrage in den USA, dem mit einem Weltmarktanteil von 35 Prozent größten Konsumentenmarkt für Diamantschmuck, ungebrochen sei.

Der Zeitpunkt für einen Diamantenkauf könnte also günstig sein. Laut Freiesleben ist es aber unter Geldanlagegesichtspunkten auch in diesem Fall kaum ratsam, fertigen Diamantschmuck zu kaufen. Günstiger sei der separate Kauf eines Steins bei einem spezialisierten Anbieter nebst Beauftragung des Goldschmiedes der Wahl, sagt er.

Zwar muss auch bei Diamanten vor dem Wiederverkauf der Stein aus dem Schmuck herausgetrennt werden, damit er separat veräußert werden kann. In diesem Fall fällt der Unterschied jedoch nicht so schwer ins Gewicht, sagt Freiesleben. Denn der Wert des Diamanten hat in der Regel den weitaus größten Anteil am Preis eines entsprechenden Schmuckstücks.


Video: Die häufigsten Fehler bei der Geldanlage

manager-magazin.de / Wochit
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