Milliarden-Investments Warum Buffett groß bei Chevron und Verizon einsteigt

Ausgerechnet Öl: Starinvestor Warren Buffett setzt offenbar auf ein Comeback der Öl-Industrie. Doch auch in die Mobilfunker Verizon sowie T-Mobile US investiert er Milliarden. Zugleich reduziert er sein Engagement bei Apple.
Baut das Portfolio um: Warren Buffett hat sich unter anderem von Apple-Anteilen getrennt und ist groß bei Verizon und Chevron eingestiegen

Baut das Portfolio um: Warren Buffett hat sich unter anderem von Apple-Anteilen getrennt und ist groß bei Verizon und Chevron eingestiegen

Foto: Nati Harnik / AP Photo / File

Warren Buffett hat seine Anteile beim US-Telekomkonzern Verizon und dem Ölkonzern Chevron im großen Stil ausgebaut. An Verizon hielt seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway Ende 2020 146,7 Millionen Aktien im Volumen von 8,6 Milliarden Dollar. An Chevron hält Berkshire 48,5 Millionen Titel im Volumen von 4,1 Milliarden Dollar. Das geht aus einer Mitteilung der US-Börsenaufsicht SEC  hervor.

Buffet war bereits zum Ende des dritten Quartals in beiden Unternehmen investiert, konnte aber offensichtlich in einer Übereinkunft mit der SEC erreichen, dass diese Investments nicht öffentlich gemacht werden. Die Umstände dafür sind unklar - das US-Finanzmagazin Barron's vermutet , dass Berkshire im vierten Quartal weitere Positionen in diesen Unternehmen aufbauen und verhindern wollte, dass mit der Veröffentlichung womöglich das Vorhaben von anderen Marktteilnehmern hätte gestört werden können.

Ende des dritten Quartals besaß Berkshire lediglich 58,4 Millionen Verizon-Aktien und 44,3 Millionen Chevron-Titel. Es heißt, Buffett selbst habe die Zukäufe orchestriert, auch wenn er das rund 250 Milliarden Dollar schwere Portfolio gemeinsam mit seinem Partner Charlie Munger sowie den Investment-Chefs Ted Weschler und Todd Combs verwaltet.

Nun könnte man meinen, die Öl-Industrie habe ihre besten Zeiten hinter sich, wie zuletzt die sagenhaften Verluste der Öl-Giganten Exxon, Chevron und BP im Pandemie-Jahr zeigten. Verschiedene global investierende Fonds hatten zudem angekündigt, künftig verstärkt in erneuerbare Energien zu investieren und Öl-Investments zu meiden. Doch ziehen die Öl-Preise durch erhöhte Nachfrage aus China und in Erwartung einer kräftigen Konjunkturerholung auch im Westen wieder deutlich an. Analysten von Goldman Sachs und JP Morgen sehen die Rohstoffmärkte gar vor einem neuen Superzyklus - ob dieser Nachfragetrend anhält, ist allerdings umstritten.

Buffett, der lange Zeit größere Beteiligungen scheute, weil er viele Unternehmen schlicht für zu teuer hielt, dürfte bei Chevron und Verizon eine gute Einstiegsgelegenheit gesehen haben und damit zugleich auf zwei große Trends setzen: einen neuen Öl-Boom und den schnellen Übertragungsstandard 5G.

Investitionen in Verizon und T-Mobile

Der US-Mobilfunker Verizon wird mit dem etwa Zehnfachen des geschätzten Gewinns für 2021 gehandelt und bietet eine Rendite von 4,6 Prozent, rechnet Barron's vor. In den vergangenen Jahren blieb das Papier zumeist hinter der Performance des S&P 500 zurück, so auch 2020: Während die Verizon-Aktie 7 Prozent einbüßte, kletterte der breitere US-Aktienindex um 16 Prozent. Auffällig auch: Buffett, der bereits im dritten Quartal bei T-Mobile US eingestiegen war, hat der Mitteilung zufolge seine Aktien an der Deutsche-Telekom-Tochter von 2,4 auf 5,2 Millionen Aktien mehr als verdoppelt.

Die Aktie von Chevron wiederum konnte sich von ihrem Tief im vergangenen Frühjahr mit steigenden Ölpreisen ebenfalls erholen, liegt im Jahresvergleich aber immer noch rund 17 Prozent zurück. Mit Blick auf die größten Wettbewerber wie ExxonMobil oder die europäische Royal Dutch Shell weise Chevron eine stärkere Bilanz auf, auch sei davon auszugehen, dass die Aktionäre bei einer Dividendenrendite von 5,6 Prozent angesichts steigender Ölpreise vergleichsweise sicher mit einer Ausschüttung rechnen dürften, heißt es.

Insgesamt ist Berkshire Hathaway an mehr als 90 Unternehmen beteiligt - unter anderem auch an Apple. An dem iphone-Konzern, der mit Abstand größten Beteiligung - reduzierte Buffetts Investmentgesellschaft den Anteil um rund sechs Prozent oder 57 Millionen Aktien auf 887 Millionen Anteilsscheine.

rei
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