Tech, Öl und Finanzen Auf diese Aktien setzt Warren Buffett derzeit

Nach seinen drei großen Deals im März dieses Jahres hat Warren Buffett sein Portfolio zum Ende des ersten Quartals umgebaut. Der 91-jährige Starinvestor setzt vor allem auf Tech- und Energieaktien, während er sich von Anteilen an Pharmaunternehmen trennt.
Großinvestor: Warren Buffett gilt als "Orakel von Omaha". Der 91-Jährige hat ein geschätztes Vermögen von 124 Milliarden Dollar.

Großinvestor: Warren Buffett gilt als "Orakel von Omaha". Der 91-Jährige hat ein geschätztes Vermögen von 124 Milliarden Dollar.

Foto: Nati Harnik / AP

Jahrelang warteten die Fans von Warren Buffett (91) auf seinen nächsten großen Deal. Im März dieses Jahres meldete sich der Starinvestor dann gleich mit drei großen Transaktionen zurück. Seine Holding Berkshire Hathaway übernahm den US-Versicherer Alleghany und kaufte Aktien des US-Ölkonzerns Occidental Petroleum sowie des US-Computerherstellers HP. Seitdem mischt der Milliardär wieder ordentlich mit am Aktienmarkt, wie aus der vierteljährlichen Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erkenntlich wird, die Berkshire Hathaway nun veröffentlicht hat.

Neu in dem 390 Milliarden Dollar schweren Portfolio, das Buffett mit den beiden Investmentmanagern Todd Combs (51) und Ted Weschler (60) verwaltet, sind die Aktien der Großbank Citigroup. So kaufte Buffetts Holding einen Anteil, der zum Ende des ersten Quartals knapp drei Milliarden Dollar wert war. Zudem baute Berkshire Hathaway eine Position beim Finanzunternehmen Ally Financial auf, die rund 400 Millionen Dollar schwer ist. Das Medienunternehmen Paramount Global, der Chemiekonzern Celanese und der Arzneimittelhändler McKesson sind ebenfalls neu in Buffetts Portfolio.

Besonders beim derzeit zweitwertvollsten Unternehmen der Welt, Apple, langte Buffett im ersten Quartal zu und kaufte Papiere im Wert von 600 Millionen US-Dollar. Sein Anteil am iPhone-Hersteller steigt dadurch auf 155,6 Milliarden US-Dollar, es ist mit Abstand die größte Position im Portfolio des Investors.

Der Berkshire-Chef ist ein sogenannter Value-Investor. Das heißt, er setzt überwiegend auf etablierte und profitable Konzerne, die eine gute wirtschaftliche Verfassung, eine starke Wettbewerbsposition und eine Führungsriege nach seinem Geschmack besitzen. Nun wagt sich Buffett sogar in den Tech-Sektor vor, die Aktien stehen wegen der hohen Zinsen seit Jahresbeginn stark unter Druck .

Wette gegen Buffett: Michael Burry setzt auf fallenden Apple-Kurs

Auch andere bekannte Investoren wie Michael Burry (50) setzen derzeit auf Aktien aus der Tech-Branche. Burry prognostizierte 2007 die Finanzkrise und erlangte dadurch internationale Bekanntheit. Für Diskussionen sorgte zuletzt sein Einstieg in die Rüstungsindustrie, kurz vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine.

Burry kaufte nun Alphabet-Aktien im Wert von 18 Millionen Dollar, nachdem die A-Aktien der Google-Mutter kürzlich 20 Prozent an Wert verloren hatten. Weitere 18 Millionen Dollar investierte er in den Facebook-Konzern Meta, dessen Aktienwert seit Jahresbeginn um 40 Prozent einbrach. In die niederländische Online-Reiseagentur Booking.com investierte Burry rund 19 Millionen Dollar.

Im Gegensatz zu Buffett, der seinen Anteil bei Apple aufgestockt hat, wettet Burry jedoch auf einen Kursrusch beim iPhone-Hersteller Apple: Insgesamt besitzt Burry sogenannte Put-Optionen im Wert von rund 36 Millionen Dollar. Diese Optionen ermöglichen es dem Investor, Apple-Aktien zu einem vorher festgelegten Preisvzu verkaufen. Sollte die Apple-Aktie sinken, steigt sein Gewinn. Burry wettet daher auf einen kurzfristig weiter sinkenden Kurs: seit Januar verlor die Apple-Aktie mehr als 15 Prozent an Wert.

Raus aus Pharma, rein in Öl

Buffett hat ein geschätztes Vermögen von 124 Milliarden Dollar. Sein Vater war Börsenmakler und republikanischer Abgeordneter. Mit elf Jahren kaufte Buffett seine ersten eigenen Aktien, mit Anfang 30 schließlich das damalige Textilunternehmen Berkshire Hathaway. Heute ist das Unternehmen Buffetts Imperium: Es gehört zu den 20 größten Unternehmen der USA. Die Holding-Gesellschaft besitzt ein Konglomerat aus mehr als 80 Unternehmen. 2021 erwirtschaftete Berkshire Hathaway einen Nettogewinn in Höhe von 90 Milliarden US-Dollar und einen Umsatz von 276 Milliarden US-Dollar.

Bereits bekannt war, dass Buffett seine Anteile an dem Energiekonzern Chevron deutlich ausgebaut hat. Auf der Hauptversammlung Anfang Mai verkündete er, die Zahl seiner Aktien an dem Energiekonzern mehr als verdreifacht zu haben. Laut der SEC-Mitteilung ist sein Anteil nun rund 26 Milliarden Dollar schwer und damit seine viertgrößte Beteiligung am Kapitalmarkt. Auch an dem Ölunternehmen Occidental Petroleum erhöhte Buffett seine Anteile. Der Investor trennte sich dagegen von den Anteilen der Pharmaunternehmen Abbvie und Bristol-Myers Squibb.