Nachfolgediskussion neu entflammt Berkshire ernennt potenzielle Buffett-Erben zu Vize-Chefs

Langsamer Abschied von der Spitze? Warren Buffett (rechts) und sein Stellvertreter Charlie Munger (Archivbild 2010)

Langsamer Abschied von der Spitze? Warren Buffett (rechts) und sein Stellvertreter Charlie Munger (Archivbild 2010)

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Fundstücke: 10 kaum bekannte Weisheiten von Warren Buffett

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Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway des Milliardärs Warren Buffett hat Greg Abel (55) und Ajit Jain (66) in ihr Board berufen, das damit auf 14 Personen anwächst, heißt es in einer Berkshire-Mitteilung  , über die zuvor CNBC  oder auch die britische Financial Times  berichteten (kostenpflichtig). Abel ist Chef der Energiesparte Berkshire Hathaway Energy (BHE) und gilt unter Analysten als möglicher Buffett-Nachfolger, Jain leitet bis jetzt das Rückversicherungsgeschäft.

Im Zusammenhang mit ihrer Wahl in den Verwaltungsrat, ernannte Berkshire-Chef Buffett Abel zum Vize-Präsidenten des Nichtversicherungsgeschäfts und Jain zum stellvertretenden Präsidenten des Versicherungsgeschäfts der Investmentgesellschaft.

Auch wenn Buffett Chef der Investmentgesellschaft bleibt und sein langjähriger Partner Charlie Munger sein Stellvertreter, deuten Beobachter die Wahl und die Ernennung der beiden Investmentprofis als Anfang einer Reihe von Veränderungen bei Berkshire Hathaway, die darauf abzielt, die Doppelspitze Buffett/Munger irgendwann zu ersetzen. Buffett ist 87 Jahre und Munger 94 Jahre alt.

Die Aktie von Berkshire Hathaway hatte kürzlich die Marke von 300.000 Dollar übertroffen. Manche Analysten sehen den unvergleichlichen Erfolg der Gesellschaft und der Aktie zwingend mit dem Namen Buffetts verbunden. Sie befürchten, dass nach seinem Tod die "Buffett-Prämie" sich in Luft auflöst, der Aktienkurs sinkt und Berkshire Hathaway auch weniger erfolgreich sein wird.

Klüger mit Buffett: Die besten Weisheiten des Meisters

"Wenn ich heute Abend sterbe, würde die Aktie von Berkshire Hathaway morgen steigen", konterte Buffett derlei Spekulationen unlängst. Wichtig für den Fortbestand und den Erfolg der Investmentgesellschaft sei vor allem eine klare Nachfolgeregelung, zitieren mehrere Medien den Starinvestor. Über seine Vorstellungen habe er den Verwaltungsrat informiert, schreibt etwa der Schweizer "Bund ".

Greg Abel (links) und Ajit Jain (rechts)

Greg Abel (links) und Ajit Jain (rechts)

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Selbst hatte sich Buffett nie öffentlich zu einem favorisierten Nachfolger geäußert. In seinen Aktionärsbriefen gab er aber ein paar Anhaltspunkte: "Relativ jung" müsse sein Nachfolger sein, damit er den Job möglichst lange machen könne, zugleich "rational, ruhig und entscheidungsfreudig".

Ein möglicher Nachfolger an der Spitze der weltweit erfolgreichsten Investmentgesellschaft dürfe "nicht durch ein großes Ego" auffallen, und er müsse vor allem müsse in der Lage sein, die auch zukünftig milliardenschweren Erträge der Gesellschaft möglichst vernünftig wieder einzusetzen.

Buffett: "Es wird kein Rennen zwischen Abel und Jain geben"

"Abel ist der wahrscheinliche Nachfolger", schrieb J.-P.-Morgan-Analystin Sarah DeWitt unlängst. Das höhere Alter spreche gegen Jain, der noch bis vor wenigen Jahren als Favorit gegolten habe. Auch die Fähigkeit zur optimalen Verwendung des Kapitals spreche eher für Abel, zitiert "Der Bund" die Einschätzung der Expertin.

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Buffett selbst lässt sich durch Spekulationen nichts entlocken. Beim am Mittwochnachmittag noch nicht zugänglichen Studiogespräch mit CNBC zitiert ihn der Sender auf Twitter mit den Worten: "Es wird kein Rennen zwischen Abel und Jain geben". Und: "Beide haben Berkshire in Ihrem Blut ... beide kennen die Abläufe wie die Rückseite Ihrer Hand. Es ist gut für Berkshire und noch besser für mich."

rei