Stephan Grünewald über die Chancen im Lockdown Warum die Krise dem Land auch guttun kann

Endlich wieder Innovation, Streitkultur, Generationenkonflikt – wenn wir es richtig anstellen, können Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland von der Extremsituation profitieren. Der Psychologe und Marktforscher Stephan Grünewald über Gründe für Optimismus. 
The new normal: Bestsellerautor Stephan Grünewald ("Wie tickt Deutschland?") in der Lobby seines Kölner Instituts: Er ist Mitglied der Expertenkommission, die NRW-Ministerpräsident Armin Laschet berät, wie die Rückkehr zur Normalität gelingen kann.

The new normal: Bestsellerautor Stephan Grünewald ("Wie tickt Deutschland?") in der Lobby seines Kölner Instituts: Er ist Mitglied der Expertenkommission, die NRW-Ministerpräsident Armin Laschet berät, wie die Rückkehr zur Normalität gelingen kann.

Foto: Marina Weigl für manager magazin

Wenn einer weiß, wie es in der deutschen Seele aussieht, dann er: Seit mehr als 30 Jahren legt Stephan Grünewald (59) die Deutschen auf die Couch. Sein Marktforschungsinstitut Rheingold in Köln arbeitet mit stundenlangen, tiefenpsychologischen Interviews. In Zeiten des Shutdowns funktioniert das auch online. Die Leute waren einfach froh, mal über was anderes reden zu können als das Virus, ein Stück Normalität, sagt er. Im Gespräch mit ihm ist man dann überrascht: Von Weltuntergang will Grünewald absolut nichts wissen. 

manager magazin: Herr Grünewald, wie geht es den Deutschen gerade? 

Stephan Grünewald: Es entwickelt sich natürlich, aber derzeit haben wir das Gefühl, etwas zu betrauern. All das, was unserem Alltag Normalität, Trost, Befriedigung und Kompensation gegeben hat, ist dramatisch weggebrochen. Wir Psychologen sagen immer: Die Seele braucht Zeit. In der ersten Phase gab es bei vielen noch das Gefühl, nur ein bisschen Urlaub vom Alltag zu haben. Man dachte: Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ich für 14 Tage in Qua­rantäne muss. Das wurde einerseits als Freiheitsentzug erlebt. Aber auch als Chance, mal auszusteigen. 

Die Entschleunigung, die viele immer herbeigesehnt haben. 

Ja, aber die wurde recht schnell abgelöst von der zweiten, ebenfalls recht kurzen Phase. Das Gefühl, kollektiv in einen Vorruhestand oder eine Teilzeitbeschäftigung auf unbestimmte Zeit geschickt zu werden. So verhalten sich dann auch viele: Sie packen das an, was liegen­ geblieben ist. Schränke aufräumen, Akten sortieren, Haus ausbessern. Wie Deutschland irgendwann aus der Krise herauskommt, entscheidet sich in der nächsten, der dritten Phase. 

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