Nach Boom an der Wall Street Spac-Geschäft in Europa nimmt Fahrt auf

An der Wall Street ist die Spac-Euphorie bereits vorüber, doch in Europa kommt das Geschäft mit den Börsenmänteln gerade erst in Fahrt. Bis zu 20 Spac-IPOs soll es allein in Frankfurt in diesem Jahr geben - mit teils prominenter Beteiligung.
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Während der Spac-Boom in den USA gerade ein wenig abebbt, kommt das Geschäft mit den Börsenmänteln in Europa mehr und mehr in Fahrt. Der ehemalige Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier (60) etwa kann nach erfolgreicher Platzierung seiner Spac (Special Purpose Acquisition Company) mit einer halben Milliarde Euro in der Kasse auf die Suche nach einem Unternehmen aus der Finanzbranche gehen, um es zu übernehmen. Der Börsenmantel mit dem Namen Pegasus Capital, den Mustier führt, hat bei Investoren 500 Millionen Euro eingesammelt, teilte einer der vier Sponsoren, der börsennotierte französische Investor Tikehau Capital, mit.

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Die Pegasus-Spac wird an der Börse Amsterdam gelistet. Hinter Pegasus steht auch Financière Agache, die private Vermögensverwaltung von Bernard Arnault (72), Großaktionär des Luxuskonzerns LVMH und reichster Franzose.

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Der Handelsplatz in Amsterdam (im Bild) gilt neben Frankfurt als Hotspot für das europäische Spac-Geschäft. London dagegen ist bislang nicht im Rennen: Eine dortige Börsenregel, wonach Spacs nach der Übernahme von Unternehmen zunächst vom Aktienhandel ausgesetzt würden, macht die Londoner Börse einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge derzeit noch für dieses Geschäft unattraktiv.

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Amsterdam und Frankfurt dagegen dürfen sich wohl vorerst auf weitere Spac-Börsengänge freuen. Die Deutsche Börse etwa erwartet laut "Handelsblatt" noch in diesem Jahr europaweit bis zu 30 solcher Börsengänge von Blankofirmen. Andere Fachleute rechnen mit noch höheren Zahlen. In Frankfurt könnten demnach womöglich bis Ende des Jahres bis zu 20 Spacs an die Börse gehen.

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Kommt es zu einem Spac-Börsengang, so ist meist ein prominenter Name aus der Finanzbranche damit verknüpft. Denn zahlreiche Manager von Banken und Investmentfirmen sind derzeit als Initiatoren von Spacs aktiv. Der ehemalige Commerzbank-Chef und UBS-Manager Martin Blessing (57) hat schon Ende März ein solches Übernahmevehikel an die Amsterdamer Börse gebracht und dafür 415 Millionen Euro eingesammelt.

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Auch der ehemalige Allianz-Finanzchef Dieter Wemmer (hier links neben Allianz-Chef Oliver Bäte) plant einem Bloomberg-Bericht zufolge, im Mai rund 250 Millionen Euro für eine Spac im Versicherungssektor einzusammeln.

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An der Deutschen Börse in Frankfurt wurde zuletzt der Spac-Mantel von 468 Capital, dem Fonds des früheren Rocket-Internet-Vorstands Alexander Kudlich gelistet. Für Initiatoren wie Kudlich sind Spacs dabei attraktiv, weil sie für ihren Aufwand belohnt werden, indem sie in der Regel 20 Prozent an dem leeren Börsenmantel bekommen, ohne dafür selbst Geld in die Hand zu nehmen. Nach dem Börsengang haben sie zwei Jahre Zeit, ein Unternehmen zu finden, das auf die Spac verschmolzen wird. Scheitern die Manager, bekommen die Anleger ihr Geld zurück.

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Den Anfang machte hierzulande schon im Februar Klaus Hommels (54). Der Venture-Capital-Investor aus Zürich, der früher mit Engagements bei Skype, Facebook oder Xing bekannt wurde, mobilisierte 275 Millionen Euro für die seit Langem erste Spac Deutschlands. Seine Mantelfirma Lakestar Spac I befindet sich seither auf der Suche nach einem Übernahmeziel im Tech-Sektor.

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cr/Reuters