Sonntag, 20. Oktober 2019

Investoren senken Bewertungen für Tech-Konzerne Fidelity lässt die Luft bei Snapchat ab

Snapchat: Ist der Messaging-Dienst heillos überbewertet?

51 Milliarden Dollar für den Fahrdienstvermittler Uber, mehr als 25 Milliarden für den Zimmervermittler AirBnB und elf Milliarden für das soziales Bildernetzwerk Pinterest: Die Bewertungen amerikanischer Tech-Konzerne haben in den letzten Monaten Höhen erklommen, die angesichts der aktuellen Ertragslage teils absurd anmuten.

Warnrufe, dass sich angesichts der massiven Liquidität im Markt eine Tech-Blase gebildet hat, gibt es schon lange. Die Hoffnungen, die einige Anteilseigner in die Unternehmen stecken, sind womöglich heillos überzogen. Doch nun kommen auch bei Investoren Zweifel an der aktuellen Bewertung einiger gefeierter Tech-Stars auf.

So senkte der Snapchat-Investor Fidelity im September die Bewertung seiner Beteiligung am dem Messaging-Dienst um 25 Prozent, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf offizielle Dokumente berichtet. Fidelity war dort im Mai bei einer Bewertung von 16 Milliarden Dollar eingestiegen.

Am vorhergehenden Freitag hatte bereits der US-Bezahldienst Square für Aufsehen gesorgt, als er im Vorlauf seines geplanten Börsenganges seine Bewertung von sechs Milliarden Dollar um mehr als ein Drittel auf nun 3,9 Milliarden reduzierte.

Auch Blackrock reduziert Erwartungen

Auch Blackrock hat bereits seine Erwartungen im Tech-Sektor reduziert. Den Schätzwert seines Anteils am Cloud-Anbieter Dropbox senkte das Unternehmen Medienberichten zufolge bereits vor einiger Zeit um 24 Prozent.

Was genau Fidelity zu der aktuellenWertkorrektur veranlasste und ob dabei vor allem erwartete Marktbedingungen oder unternehmensinterne Faktoren ausschlaggebend war, dazu äußerte sich Fidelity nicht.

Der vor allem von Jugendlichen genutzte Messaging-Dienst SnapChat, dessen Alleinstellungsmerkmal verschwindende Fotos sind, arbeitet aktuell an weiteren Geschäftsmodellen, wie Werbung oder kostenpflichtigen Replay-Diensten. Im August stellte das Unternehmen erstmals einen eigenen Finanzchef ein.

An der Börse ist ein genereller Abwärtstrend bei den Bewertungen indes nicht zu beobachten. Zwar gab die Aktie von Twitter in dem Zeitraum, in dem die Abwertung von Fidelity erfolgte, nämlich vom 1. Mai bis 30. September, um 29 Prozent nach. Die von Facebook Börsen-Chart zeigen legte indes um 14 Prozent zu.

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung