Insolvente Kryptobörse FTX-Gründer Bankman-Fried plädiert auf nicht schuldig

"Betrug epischen Ausmaßes", Geldwäsche, Verstoß gegen Parteispenden-Gesetze – die Vorwürfe gegen den Gründer der Kryptobörse FTX wiegen schwer. Doch Sam Bankman-Fried plädiert bei einer ersten Anhörung vor Gericht auf "nicht schuldig" in allen Anklagepunkten.
Gerichtstermin: FTX-Gründer Sam Bankman-Fried hat am Dienstag bei einer Anhörung vor dem Bundesgericht in Manhattan den Vorwurf zurückgewiesen, er habe Investoren betrogen und Kundeneinlagen auf seiner Handelsplattform für Kryptowährungen geplündert

Gerichtstermin: FTX-Gründer Sam Bankman-Fried hat am Dienstag bei einer Anhörung vor dem Bundesgericht in Manhattan den Vorwurf zurückgewiesen, er habe Investoren betrogen und Kundeneinlagen auf seiner Handelsplattform für Kryptowährungen geplündert

Foto: Craig Ruttle / AP

Der Gründer der kollabierten Kryptowährungsbörse FTX hat bei einer ersten Anhörung am Dienstag vor einem US-Gericht sich in allen acht Anklagepunkte für "nicht schuldig" bekannt. Die US-Behörden werfen Sam Bankman-Fried (30) dagegen "Betrug epischen Ausmaßes" und Geldwäsche vor. Außerdem habe er mit seinen millionenschweren Zuwendungen für die Kandidatur des US-Präsidenten Joe Biden (80) und dessen Demokraten gegen Parteispenden-Gesetze verstoßen.

Der eigentliche Prozess soll laut "Wall Street Journal"  am 2. Oktober beginnen. Bei einer Verurteilung drohen dem 30-jährigen bis zu 115 Jahre Gefängnis. Unabhängig davon wollen FTX-Kunden eine Sammelklage einreichen. Gegen eine Kaution von 250 Millionen Dollar muss Bankman-Fried vorerst nicht in Haft, sondern steht im Haus seiner Eltern unter Arrest.

FTX hatte am 11. November 2022 Gläubigerschutz beantragt, nachdem Kunden als Reaktion auf die heimliche Verschiebung von Einlagen im Volumen von zehn Milliarden Dollar massenhaft Gelder abgezogen hatten. Der Gründer und CEO Bankman-Fried trat am selben Tag als Chef zurück.

Insidern zufolge soll Bankman-Fried heimlich zehn Milliarden Dollar an FTX-Kundengeldern zu Alameda transferiert haben. Bankman-Fried gibt zwar Fehler zu, weist den Vorwurf strafbarer Handlungen dagegen von sich.

Zwei von Bankman-Frieds engsten Mitarbeitern, Caroline Ellison und Gary Wang, haben sich im vergangenen Monat mit Blick auf einzelne Vorwürfe für schuldig bekannt und kooperieren mit der Staatsanwaltschaft. Ellison war Chefin des mit FTX verbundenen Hedgefonds Alameda Research, Wang hielt Anteile an der Firma und zählte ebenfalls zum Freundeskreis von Bankman-Fried.

Die nächste Anhörung setzte Richter Lewis Kaplan für den 18. Mai an.

rei/Reuters
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