Studie zur Rendite von Beteiligungskapital Private Equity bringt nicht mehr Rendite als Aktien

Aktienhandel an der Frankfurter Börse: Die Rendite der Dividendenpapiere ist jener der außerbörslichen Beteiligungen keineswegs unterlegen, stellt jetzt eine wissenschaftliche Studie fest

Aktienhandel an der Frankfurter Börse: Die Rendite der Dividendenpapiere ist jener der außerbörslichen Beteiligungen keineswegs unterlegen, stellt jetzt eine wissenschaftliche Studie fest

Foto: Fredrik von Erichsen/ picture alliance / dpa

Die angeblichen Überrenditen außerbörslichen Beteiligungskapitals (Private Equity) sind nach neuen Erkenntnissen der Wissenschaft ein Mythos. Private Equity liefere im Vergleich zum Aktienmarkt risikoadjustiert keine überlegenen Renditen, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe.

Das Magazin bezieht sich dabei auf eine wissenschaftliche Arbeit von Roman Kräussl, Professor an der Luxembourg School of Finance, die mm vorliegt. Anleger könnten ihr Geld demnach statt in Private Equity ebenso in Aktienindexfonds stecken.

Die Arbeit des Wissenschaftlers wurde soeben von der hochrenommierten "Review of Financial Studies" zur Veröffentlichung angenommen. Zum Beweis der These nutzen Kräussl und seine Koautoren öffentlich verfügbare Markt- und Fondsdaten für den Zeitraum 1994 bis 2008. Ausgewertet wurden Aktienkurse und Geschäftsberichte von 24 börsennotierten Private-Equity-Dachfonds, darunter Harbourvest, Pantheon und J. P. Morgan Private Equity, sowie von 129 börsennotierten Beteiligungsgesellschaften, von 3i über Candover bis zu KKRs einst separat börsengelistetem Fondsvehikel KKR Private Equity Investors. Die Autoren haben in diversen Tests nachgewiesen, dass diese Datenbasis repräsentativ für das Universum an nicht notierten Private-Equity-Fonds ist.

Das Ergebnis widerlegt die Daten, die die Private-Equity-Branche selbst publiziert. Der US-Verband Private Equity Growth Capital Council (PEGCC) nennt für das vergangene Jahrzehnt eine durchschnittliche jährliche Rendite von 12,8 Prozent. Dies seien über 5 Prozentpunkte mehr, als eine Investition in den US-Aktienindex S&P 500 abwarf, so das PEGCC.

Der Grund, dass die bei Profianlegern und Verbänden erfassten Renditezahlen zu optimistisch sind: Diese beruhen nicht auf Marktdaten, sondern auf Daten, die die Fondsmanager selbst berichtet haben. Die sind jedoch unvollständig, zeitverzögert, und Totalverluste fehlen.

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