Musik als Renditebringer Warum Pink Floyd heute noch eine halbe Milliarde Dollar wert ist

Investments in Musikrechte boomen, gerade versilbert die Kultband Pink Floyd ihren Katalog. Dank Spotify und Co. können Musikfirmen und Investoren auf hohe Renditen hoffen – jedenfalls bisher.
Katalog zu verkaufen: Pink Floyd in der Stammbesetzung mit David Gilmour, Roger Waters, Nick Mason und Richard Wright (✝) beim Auftritt 2005 in London (v.l.)

Katalog zu verkaufen: Pink Floyd in der Stammbesetzung mit David Gilmour, Roger Waters, Nick Mason und Richard Wright (✝) beim Auftritt 2005 in London (v.l.)

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JOHN D MCHUGH/ AFP

Wer bekommt den Zuschlag für die Musik von Pink Floyd? Die britische Band ist gerade dabei, die Urheberrechte an ihren Songs sowie die Masterkopien zu veräußern, mit einer Entscheidung dürfte bald zu rechnen sein. Unter den Interessenten befinden sich Größen der Branche wie Sony Music, Warner Music sowie die deutsche Bertelsmann Music Group (BMG). Aber auch die Wall Street hat Interesse: US-Investor Blackstone mischt offenbar ebenfalls mit im Auktionsgeschehen.

Dabei lässt der mögliche Kaufpreis aufhorchen: Bis zu 500 Millionen Dollar soll die Musik der Band wert sein, die schon 1965 gegründet wurde, und deren Mitglieder zum Teil bereits verstorben oder seit vielen Jahren zerstritten sind. 2005 stand Pink Floyd bei einer Wiedervereinigung in London letztmals in Stammbesetzung auf einer Bühne.

Seinerzeit wären die 500 Millionen Dollar wohl noch undenkbar gewesen. Doch seither hat sich die Musikwelt dramatisch verändert. Durch Streaming wurde das Geschäft praktisch umgekrempelt. Es ist ein Paradebeispiel für Disruption: Zwar ist der Einzelverkauf von CDs und in letzter Zeit auch wieder mehr und mehr Vinyl-Schallplatten keineswegs tot. Den weitaus größten Teil der Umsätze liefern in der Branche inzwischen aber Streamingdienste wie Spotify, Deezer, Apple oder Amazon.

Plötzlich fließt täglich Geld

Zahlen, die der weltweite Marktführer Spotify auf seiner Website "Loud & Clear"  veröffentlicht hat, machen das deutlich: Demnach erzielte die Musikindustrie rund um den Globus im Jahr 2021 mit knapp 17 Milliarden Dollar mehr Umsatz allein durch das Streaming, als sie in den Jahren 2009 bis 2016 jeweils insgesamt erzielt hatte, also inklusive weiterer Einnahmequellen wie CD- oder Plattenverkäufe. Branchenprimus Spotify selbst überwies den Inhabern von Musikrechten 2021 allein sieben Milliarden Dollar. Das ist nach Angaben des Unternehmens mehr als jemals zuvor ein einzelner Vertriebler an Umsatz beigesteuert hat.

Insgesamt, so die Branchenorganisation IFPI , stiegen die Umsätze, die die Musikindustrie weltweit mit Streaming und Tonträgern macht, im Jahr 2021 um 18,5 Prozent auf 25,9 Milliarden Dollar.

Hartwig Masuch (68) hat den Wandel des Musikgeschäfts privat wie beruflich aus nächster Nähe miterlebt. Der Musikmanager ist seit Jahrzehnten im Geschäft, stand zu Studienzeiten selbst mit einer Punkband auf der Bühne und hat später als Musikverleger mit Neue-Deutsche-Welle-Größen wie Nena (62) oder Extrabreit gearbeitet. Seit 2008 ist Masuch Chef von BMG, der Tochtergesellschaft des Bertelsmann-Konzerns, die als einziges deutsches Unternehmen im globalen Musikmarkt richtig mitmischt (Umsatz im ersten Halbjahr 2022: 371 Millionen Euro, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum).

"Wenn ich vor zehn Jahren das Album 'Dark Side of the Moon' von Pink Floyd hören wollte, bin ich zum Regal gegangen, habe mir die Platte geholt und abgespielt", erzählt Masuch. "Dadurch entstand kein zusätzlicher Wert für Pink Floyd, weil ich das Album nur einmal gekauft hatte. Das hat sich durch das Streaming geändert, denn dabei erzeugt der Musikkonsum täglich eine neue Monetarisierung, auch bei Werken mit langer Historie."

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