Warren Buffett, Jamie Dimon, Larry Fink Peter Thiel erstellt "Feindesliste" des Bitcoin

Skurriler Auftritt von Peter Thiel in Miami: Von Warren Buffett über Jamie Dimon bis zu Larry Fink beschimpfte der radikal-konservative Milliardär einige der mächtigsten Finanzmanager, weil sie den Wert des Bitcoin gering halten würden.
"Crappy fiat money": Auf der Bitcoin-Bühne in Miami warf Tech-Investor Peter Thiel mit Dollar-Scheinen um sich

"Crappy fiat money": Auf der Bitcoin-Bühne in Miami warf Tech-Investor Peter Thiel mit Dollar-Scheinen um sich

Foto: Rebecca Blackwell / AP

Wenn Tech-Investor und Milliardär Peter Thiel (54) die Bühne betritt, ist Spektakel gewiss. Aber das war dann doch bemerkenswert: Bei einem Auftritt vor Bitcoin-Fans in Miami hat der Paypal-Gründer und Facebook-Finanzier einige der einflussreichsten Finanzmanager der Welt attackiert. Die Investorenlegende Warren Buffett (91), JP Morgan-Chef Jamie Dimon (66) und Blackrock-Boss Larry Fink (69) seien Teil einer "Finanzgerontokratie", die das Land beherrsche und sich einer "revolutionären Jugend" entgegenstellen würde, wetterte Thiel. Absichtlich würden sie den Wert der Kryptowährung Bitcoin niedrig halten. "Wenn diese Leute nicht in Bitcoin investieren, ist das eine zutiefst politische Entscheidung", so Thiel. Und das müsse man ändern.

Der krude Auftritt, den der deutschstämmige Investor unter dem Jubel der Zuhörerschaft am Donnerstag auf der Konferenz "Bitcoin 2022" hingelegt hat, offenbarte einmal mehr Thiels extreme Weltsicht. Im ansonsten eher liberalen Silicon Valley ist er mit seiner radikal-konservativen Haltung eher eine Ausnahme. Thiel hatte schon zu seiner Studentenzeit mit seinen libertär-konservativen Thesen für Furore gesorgt, war einer der prominentesten Unterstützer des früheren US-Präsidenten Donald Trump (75) und finanzierte auch die Wahlkämpfe etlicher konservativer Senatoren. Kürzlich nahm er den gestürzten österreichischen Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (35) in seinem Firmenreich auf. 

Sein Vermögen, das "Forbes" aktuell auf rund 5,2 Milliarden Dollar schätzt, hat Thiel als Co-Gründer von Paypal und Palantir sowie als Risikokapitalgeber und Hedgefonds-Betreiber gemacht. Unter anderem war er einer der ersten Geldgeber von Facebook, wo er bis zum vergangenen Jahr auch im Board saß. Erst relativ spät ist er zum glühenden Bitcoin-Investor geworden.

In seinem Vortrag in Miami prophezeite er den Anhängern immense Wertsteigerungen. Der Bitcoin-Kurs könne zehn- oder hundertfach steigen, so Thiel. Konkurrenz für den Bitcoin seien nicht andere Digitalwährungen wie Ethereum. Nicht mal Gold sei die Benchmark, dessen globaler Wert aktuell bei mehr als zwölf Billionen Dollar liegt – und damit deutlich höher als die 842 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung des Bitcoin. Thiel glaubt, dass gerade in Zeiten hoher Inflation und zunehmender Regulierung der Bitcoin-Wert irgendwann gleichauf mit dem Wert aller börsennotierten Unternehmen liegen können, den er auf aktuell 115 Billionen Dollar beziffert. "Ihr könnt eine Menge Geld verdienen."

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Unter dem Jubel der Zuhörer führte der dann eine "Feindesliste" des Bitcoin auf. "Enemy number one" sei Warren Buffett, rief Thiel, während in seiner Präsentation auf der Bühne ein Porträtfoto des Investors erschien. Thiel nannte Buffett den "soziopathischen Opa aus Omaha". Auch Jamie Dimon, Chef der Wall-Street-Bank JP Morgan, und Larry Fink, der Anführer des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, präsentierte Thiel als "Feinde", die aufgrund ihrer politischen Haltung nicht in Bitcoin investieren, sondern ein staatlich reguliertes System aufrechterhalten würden. Denn am Ende, so Thiel, sei ja jedes Unternehmen nach einem Börsengang im Prinzip unter staatlicher Kontrolle, weil es so vielen Regeln unterworfen sei. Das Bitcoin-System dagegen sei frei.

Auch den Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve griff er an, Jerome Powell (69). "Herr Powell – Leute wie er – sollten Bitcoin extrem dankbar sein, denn es ist die letzte Warnung, die sie bekommen werden", so Thiel. "Sie haben sich entschieden, es zu ignorieren, und sie werden in den kommenden Jahren die Konsequenzen dafür tragen müssen."

Ein Sprecher von Blackrock sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg , das Unternehmen lehne es ab, Thiels Äußerungen zu kommentieren. Er verwies jedoch darauf, dass Fink gerade öffentlich durchaus auf den möglichen Nutzen digitaler Zahlungssystem hingewiesen habe. JPMorgan lehnte eine Stellungnahme ab; und ein Vertreter von Buffetts Holding Berkshire Hathaway reagierte nicht auf eine Anfrage.

In seiner Verschwörungstheorie ging Thiel sogar noch weiter. Der von Blackrock und anderen Finanzakteuren propagierte Nachhaltigkeitsgedanke unter dem Schlagwort ESG sei nichts anderes, als der Versuch, noch mehr Kontrolle auszuüben. Die ethischen, sozialen und ökologischen Ziele und Vorgaben seien eine "Hassfabrik", um den Wert des Bitcoin klein zu halten. "ESG ist der wahre Feind", rief er und zog einen kruden Vergleich. Wer ESG sehe, solle an CCP denken, die kommunistische Partei Chinas. Auf der Bühne erschien eine Collage aus den Porträts der Investoren und der Mitglieder der chinesischen Regierung. Sein finaler Aufruf: "Wir müssen von dieser Konferenz losziehen und die Welt übernehmen!"

lhy