Samstag, 20. April 2019

Größter Anlageskandal Deutschlands Wie bei P&R eine Million Container verschwinden konnten

Container gesucht: Wie konnte bei P&R eine Lücke von einer Million Boxen im Bestand entstehen?

3. Teil: Warum die Lücke im Bestand vermutlich immer größer wurde

Hat P&R tatsächlich so gehandelt, so brächte dies zwei Probleme mit sich. Erstens: Gelder wurden unrechtmäßig zweckentfremdet. Und zweitens, mindestens ebenso schwerwiegend: Es fehlten von da an Container im Bestand - und die damit verbundenen Einnahmen.

Letzteres wäre für die Geschäfte der P&R-Gruppe besonders fatal. Denn es hätte zur Folge, dass aus der kleinen Finanzlücke in den folgenden Jahren eine immer größere würde - und aus einer kleinen Lücke im Containerbestand ebenso eine immer größere.

Wohl gemerkt: Dies ist lediglich ein hypothetischer Versuch, das Entstehen des gigantischen Fehlbestands von einer Million Containern bei P&R zu erklären. Es könnte auch anders gewesen sein, doch vieles spricht dafür, dass die Dinge ungefähr so abgelaufen sind, wie dargestellt.

Christoph Rottwilm auf Twitter

So oder so war die Implosion der P&R-Gruppe letztlich wohl nicht zu vermeiden. Die Erfahrung zeigt: Finanzlöcher lassen sich in derartigen Kapitalanlage-Konstruktionen bestenfalls eine Zeit lang stopfen - aber irgendwann fliegt der Schwindel auf. Leidtragende sind dann jedes Mal zahllose Geldanleger. Denn selbst, wenn die Verantwortlichen juristisch zur Rechenschaft gezogen werden, bleiben die Investoren in der Regel auf dem größten Teil ihrer Verluste sitzen.

Sehr gut möglich, dass es auch den 54.000 Anlegern von P&R so ergehen wird.

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