Gold-Investments Scholz scheitert mit Steuer auf Börsen-Gold

Das Bundesfinanzministerium wollte günstige Gold-Investments über die Börsen in Frankfurt am Main und Stuttgart ab 2021 besteuern. Doch die Union hat dies verhindert - Goldgewinne bleiben nach einem Jahr Haltefrist weiter steuerfrei.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (62) hat seine Steuerpläne für börsengehandelte Goldinvestments wegen des Widerstands der Union aufgegeben. Der Mittwochabend veröffentlichte Regierungsentwurf für das Jahressteuergesetz 2020 sieht keine solche Steuer mehr vor. Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums vom 17. Juli dagegen hatte noch Passagen enthalten, nach denen Gewinne aus Investmentprodukten wie Xetra-Gold und Euwax-Gold der Börsen Frankfurt und Stuttgart künftig der Abgeltungssteuer von 25 Prozent unterlegen hätten. Bislang sind solche Gewinne nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr steuerfrei. Dies wird nun auch so bleiben.

Gerade Xetra-Gold ist bei Investoren populär: In dem Investmentprodukt des Frankfurter Börsenbetreibers stecken 11,8 Milliarden Euro Anlegergeld. In Euwax-Gold an der Stuttgarter Börse haben Anleger fast eine halbe Milliarde Euro investiert. In der Corona-Krise war das als sicheres Investment in unsicheren Zeiten geltende Gold bei Anlegern immer beliebter geworden. Der Preis pro Feinunze kletterte Anfang August kurzzeitig auf das Rekordhoch von mehr als 2070 Dollar.

Nach Informationen von manager magazin hat der Koalitionspartner der SPD die Einführung dieser Steuer verhindert. "Die Union hat das rausverhandelt", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Deshalb sei die Passage aus dem Kabinettsentwurf gestrichen worden.

Kritik an den Steuerplänen kam nicht nur von den Börsenbetreibern, sondern auch von unabhängigen Vermögensverwaltern. Sie bemängelten, dass die Steuer gerade Privatanlegern die günstigste und transparenteste Möglichkeit nehmen würde, in Gold zu investieren. Der Plan galt zudem als inkonsequent: Denn Münzen und Barren wären weiterhin nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei geblieben. Privatanleger, die Gold kaufen wollen, wären durch das Steuervorhaben deshalb zum Kauf bei Münzhändlern gedrängt worden, die oft hohe einstellige Kauf- und Verkaufsgebühren verlangen und dazu hohe Handelsspannen zwischen An- und Verkaufspreisen vereinnahmen. Dagegen ist der Kauf der börsengehandelten Gold-Investments deutlich günstiger. Die Anbieter verlangen dafür keine Verwaltungsgebühren, es fallen lediglich Handelskosten für Kauf und Verkauf an.

mbö
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