Weltgrößter Pensionsfonds Staatsfonds-Chef Tangen investiert erstmals in erneuerbare Energien

Nicolai Tangen will mit seinem Staatsfonds ökologischer, sozialer und grüner werden. Doch im Bereich der erneuerbaren Energien war Norwegens Pensionsfonds bisher noch untätig. Das soll sich nun ändern.
Raus aus dem Öl, rein in die Erneuerbaren: Offshore-Windpark vor der niederländischen Küste

Raus aus dem Öl, rein in die Erneuerbaren: Offshore-Windpark vor der niederländischen Küste

Foto: imago images/Cavan Images

Schon im März vergangenen Jahres sagte Nicolai Tangen (54), Chef des größten Staatsfonds der Welt, dass der norwegische sogenannte "Ölfonds" mehr in erneuerbare Energien investieren wolle. Doch erst jetzt hat der ehemalige Hedgefondsmanager ein lohnendes Investment gefunden: Für 1,375 Milliarden Euro erwirbt der Fonds die Hälfte an dem niederländischen Offshore-Windpark Borssele 1 & 2, wie die norwegische Zentralbank, die den Fonds verwaltet, am Mittwoch mitteilte.

Verkauft werden die Anteile vom dänischen Energiekonzern Ørsted, der die andere Hälfte behält und den Park auch weiter betreibt. Eine Vereinbarung dazu wurde nach Angaben beider Seiten am Mittwoch unterzeichnet, abgeschlossen wird der Verkauf im zweiten oder dritten Quartal 2021 sein. Ørsted gilt als Weltmarktführer bei der Offshore-Windenergie. Der Windpark rund 23 Kilometer vor der Nordseeküste der Niederlande produziert nach Angaben des Unternehmens mit seinen 94 Windturbinen genug Energie, um damit jährlich knapp eine Million niederländische Haushalte mit grünem Strom zu versorgen.

Für Norwegens Staatsfonds ist es die erste Investition in den Bereich der erneuerbaren Energien. Tangen hatte jüngst im Interview mit manager magazin gesagt , dass ein Deal bisher an dem geringen Angebot scheiterte. Er wolle aber insgesamt bis zu 2 Prozent des Vermögens in erneuerbare Infrastruktur stecken.

Der staatliche Pensionsfonds Ausland, wie der norwegische Fonds offiziell heißt, fungiert als Versicherung für künftige Generationen, wenn nicht mehr nach Öl gebohrt werden kann. Er wird mit den Einnahmen aus der norwegischen Öl- und Gasförderung gefüttert, von der Zentralbank im Auftrag des Finanzministeriums verwaltet und investiert in Tausende Unternehmen weltweit, darunter Großkonzerne wie Microsoft, Apple und Amazon. Der Marktwert größten Staatsfonds der Welt liegt derzeit bei etwa 11,1 Billionen norwegischen Kronen (1,1 Billionen Euro).

mg/dpa-afx
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