Finanzierungsrunde Bezahldienst Klarna fast 46 Milliarden Dollar wert

Bei einer neuen Finanzierungsrunde hat der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna 640 Millionen Dollar eingesammelt. Damit will Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski weiteres Wachstum stemmen. Mit von der Partie ist der japanische Techinvestor Softbank.
Sebastian Siemiatkowski: Der Klarna-Gründer und CEO liebt nicht nur schwere Finanzierungsrunden

Sebastian Siemiatkowski: Der Klarna-Gründer und CEO liebt nicht nur schwere Finanzierungsrunden

Foto:

Magnus Hjalmarson Neideman/SvD/TT / picture alliance / TT NEWS AGENCY

Der schwedische Bezahldienst Klarna hat bei Investoren weitere 639 Millionen Dollar (525 Millionen Euro) eingesammelt und schraubt damit seine Bewertung auf rund 45,6 Milliarden Dollar hoch. Der weltweit tätige Zahlungsanbieter bleibt damit laut eigener Mitteilung das am höchsten bewertete private Fintech in Europa und das zweithöchste weltweit.

Erst im März hatte das Unternehmen eine Milliarde Dollar eingesammelt und damit seinen Wert auf 31 Milliarden Dollar hochgeschraubt. Die jüngste Finanzierungsrunde führte den Angaben zufolge der japanische Techinvestor Softbank an; mit von der Partie waren bestehende Investoren wie Adit Ventures und oder Honeycomb Asset Management. Klarna wolle mit dem frischen Kapital die internationale Expansion und das globale Wachstum des Handels weiter vorantreiben.

Klarna-Gründer und CEO Sebastian Siemiatkowski (39) zeigte sich überzeugt, dass das Unternehmen weitere Kunden hinzugewinnen werde. "Die transparenteren und bequemeren Alternativen von Klarna entsprechen den sich wandelnden globalen Verbraucherpräferenzen und treiben so das weltweite Wachstum voran."

Das 2005 gegründete Finanz-Start-up ist ein weltweit agierender Zahlungs- und Shopping-Dienstleister und seit dem Börsengang des Streamingdienstes Spotify 2018 der neue Stolz von Skandinaviens Techszene. Das Unternehmen ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern, offene Zahlungen sofort, später oder in Raten zu begleichen. Rund 90 Millionen private Kunden sowie mehr als 250.000 Händler in 17 Ländern nutzten Klarnas Dienstleistungen.

Klarna hat den Angaben zufolge im ersten Quartal 2021 mit seinen Services einen Umsatz von mehr als 18,9 Milliarden US-Dollar eingespielt und damit die Erlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast verdoppelt. Trotz eines starken Wachstums zuletzt in den USA ist der deutsche Markt einer der wichtigsten. Klarna schreibt noch Verluste: Im vergangenen Jahr waren es rund 170 Millionen Dollar.

Start-ups aus dem Fintech-Bereich werden derzeit mit Geld überschüttet. Als einer der schärfsten Wettbewerber Klarnas gilt derzeit das US-Unternehmen Stripe, das es auf eine Bewertung von mehr als 95 Milliarden Dollar bringt. Der 2006 gegründete niederländische und an der Börse notierte Zahlungsdienstleister Adyen bringt es auf einen Börsenwert von rund 70 Milliarden Dollar. Klarna gilt als Börsenkandidat, Gründer und Management haben hier aber noch keine konkreten Pläne vorgelegt.

rei