Dienstag, 23. April 2019

Börsenprofi Markus Zschaber erklärt Diese Aktie gehört zu den Gewinnern der Börsenturbulenzen

Nestlé hat sich im vergangenen als eine der absoluten Perlen für Anleger im politisch und wirtschaftlich sehr schwierigen Umfeld gezeigt. Viele Unternehmen mit gesunden Geschäftsmodellen sowie guten Jahresbilanzen und folgenden Quartalsergebnissen, konnten im vergangenen Jahr den Negativeinflüssen nicht entfliehen. Dieses könnte natürlich im jetzigen Umfeld wiederum auch klassische Unterbewertungen darstellen, je nach Branche und Sektor, mit einem hohen Erholungspotential.

Bei Nestlè sah es jedoch anders aus, und gerade wenn man den Chartvergleich ab April letzten Jahres zeigt, so kann man auch sagen, der Eine steigt 17 Prozent, nämlich Nestlè, der Andere verliert 13 Prozent, nämlich der Dax. Natürlich ist der Dax, unser deutscher Index, aber gerade des Deutschen liebstes Kind, wenn es um Performance geht. Nestlé wiederum ist ein Schweizer Nahrungs- und Lebensmittelkonzern, der weltweit seitens der Größe auf Platz eins in diesem Segment steht. Werfen wir einmal einen Blick auf den Grund für diese gigantische Outperformance.

Markus Zschaber

Schauen wir hierbei zunächst auf den Gesamtumsatz des Hauses, welcher früher bereits im Jahr bei knapp 90 Milliarden Schweizer Franken lag und in 2018 wohl diese für den Konzern magische Zahl seit 2014 erstmals wieder überstiegen hat. Die Aktie des Schweizer Unternehmens kletterte im Dezember des letzten Jahres auf ein neues Allzeithoch und die Analysteneinschätzungen mussten dreizehnmal mal nach oben korrigiert werden, da von Quartal zu Quartal gerade das organische Wachstum anstieg und mit einer Prognose in Höhe von 3 Prozent für den kommenden Jahresabschluss veröffentlicht wurde.

Interessanterweise ist Nestlé mit einem großen Anteil des Umsatzes sowohl in Nord- als auch in Südamerika vertreten, und es sieht ganz so aus, dass der Konzern etwaige Einfuhrzölle gut kalkulieren konnte, zumal auch die Produktpreise leicht erhöht wurden, ohne negative Absatzeffekte zu haben. Neben den weltweiten Absatzmärkten zeigte sich insbesondere China sehr stark, das Geschäft in der Volksrepublik wuchs den Angaben zufolge im mittleren einstelligen Bereich. Gefragt waren insbesondere die margenstarken Segmente Säuglingsnahrung und Kaffee.

Die Ziele bleiben weiterhin hoch und scheinen auch berechtigt, denn einige ertragsschwache Segmente im Konzern stehen bereits auf der Veräußerungsliste und die Kerngeschäfte werden weiter ausgebaut.

Chart der Woche | KW04 | Nestlé

An Produkten des Nestlé kommt sowieso im Supermarkt niemand vorbei, weltweit bietet Nestlé den Endverbrauchern ein Portfolio bestehend aus mehr als zweitausend Marken an. Zu den bekanntesten Produkten auf dem deutschen Markt zählen dabei Marken wie der Lebensmittelproduzent "Maggi", das Kaffeekapselgeschäft "Nespresso", das Kakaopulver "Nesquik" und die Wassermarke "Vittel". Insgesamt verkauft Nestlé seine Produkte in fast allen Ländern der Welt, dazu beschäftigt der Nahrungsmittelkonzern mehr als 330.000 Mitarbeiter und produziert in 86 Ländern und in 418 Produktions-stätten. Damit ist Nestlé nicht nur der größte Nahrungsmittelproduzent der Welt, sondern zählt auch generell zu den größten 15 Unternehmen weltweit gemessen an der Marktkapitalisierung.

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Mit Blick auf die Ziele bis 2020, eine Wachstumsrate in Höhe von rund 5 Prozent und eine Ebit-Marge zwischen 17,5 und 18,5 Prozent zu erzielen, bleibt Nestlè, trotz hohem Kurs-Gewinn-Verhältnis, ein wirklich sehr interessanter Wert. Auch zeigt sich neben dem Thema der Kursentwicklung die Dividendenstrategie als lukrativ, denn seit 25 Jahren hebt der Konzern seine Dividenden an. Nachdem wir für unsere Kunden Gewinnmitnahmen im Dezember bei Erreichung des Allzeithoch umgesetzt haben, stehen wir in den kommenden Wochen wieder vor einer Erhöhung des Wertes innerhalb unserer Anlegerdepots. Mit Blick auf den hohen Cash-Flow sicherlich ebenfalls eine gute Entscheidung.

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