Vergessen Sie Öl & Co. Diese Anlage hat ihren Wert nahezu verdoppelt - warum eigentlich?

Von Arne Gottschalck
Lithium: In profanen Bottichen gesammelt

Lithium: In profanen Bottichen gesammelt

Foto: REUTERS

Was für ein Wertzuwachs: Grob gerechnet, verdoppelte Lithium seinen Wert nahezu in sechs Monaten. Auch über ein Jahr sehen die Zuwachszahlen verlockend aus.  Eine Erfolgsgeschichte vor allem für jene, die bereits vor einem Jahr eingestiegen sind. Oder eben das Metall fördern, wie David Lenigas. Seine Firmen Rare Earth Minerals und Bacanora haben eine Abrede mit dem von Milliardär Elon Musk gesteuerten Autobauer Tesla geschlossen - Lenigas soll das Unternehmen künftig mit Lithiumhydroxid versorgen. "Lithium wird Öl schnell überholen", tönt Lenigas. "Ich glaube das zu 100 Prozent". Ein Teil der Ansage ist Mutmache, so funktioniert Marketing. Doch ein Teil ist auch die Begründung für den Wertanstieg des Metalls.

Denn Lithium wird zur Herstellung moderner Batterien benötigt. Seien es die handlichen Batterien in Smartphones, die etwas größeren in Elektrofahrzeugen - oder jene Batterien in den Speicherstätten, wie sie überall entstehen sollen. 31 Prozent der Lithiumaufkommens wird bereits für Batterien verbaut.

Dazu kommt die Nutzung des Metalls bei der Herstellung hochwertigen Aluminiums. Mischt man dem Leichtmetall Lithium bei, entsteht - vereinfacht gesagt - eine Aluminium-Lithium-Legierung. Das spart Gewicht, was wiederum für den Leichtbau wichtig ist. Für die Flugzeugindustrie, aber eben auch für den Fahrzeugbau. Dieser potentiellen Nachfrage steht ein begrenztes Angebot gegenüber. Einfach, weil vor der Förderung die Suche und der Abbau stehen. Und so wird derzeit gesucht und gewühlt, wo sich noch Lithium finden lassen könne. In Bolivien, zum Beispiel.

Wie "elektrisiert"

Was bedeutet das nun für den Ottonormalanleger, der sich dem Lithium-Rausch hingeben möchte? Er muss genau hinsehen. Denn ganz so einfach ist es nicht, von den Kurssprüngen zu profitieren.

Futures gibt es nicht, dafür andere Wertpapiere, die die Lithium-Story skizzieren. Exchange Traded Funds (ETF) wie der Global X Lithium zum Beispiel , aber auch Aktien von Unternehmen, die Lithium suchen oder fördern. SQM aus Chile ist so ein Fall. Und außerdem gibt es noch Fonds wie den Lithium Index Strategie Fonds, der sich am S-Box Lithium Performance Index orientiert. Der Index wiederum bündelt die 25 größten Lithium-Unternehmen weltweit.

Alles also ganz einfach? Von wegen. Denn während im Bergbau in Zeiträumen in Zeiträumen von mindestens einem Jahrzehnt kalkuliert wird, denkt man an der Börse in deutlich kürzeren Zyklen. Und die können auch mal nach unten weisen.

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