Freitag, 23. August 2019

Krypto-Währung auf Höhenflug wie 2017 JP Morgan warnt vor erneuter Bitcoin-Blase

Symbolfarbe grün: Viele Investoren dürften zurzeit hoffen, dass der Bitcoin-Aufschwung diesmal hält.

Welches ist eigentlich der wahre Wert des Bitcoin? Diese Frage dürfte gerade im Augenblick wieder viele Geldanleger interessieren, denn der Preis der Krypto-Währung schlägt erneut heftige Kapriolen. Nachdem er vor einigen Tagen nach langer Zeit erstmals wieder auf mehr als 8000 Dollar gestiegen war, kam es kurz darauf zum abrupten Rückschlag - wenn auch nur zeitweise. Aktuell notiert ein Bitcoin laut Plattform Coinmarketcap bei 7939 Dollar, knapp unterhalb der 8000-Dollar-Marke also.

Aber ist das der wahre Wert? Nach Ansicht der Analysten der US-Bank JP Morgan ist der Bitcoin derzeit überbewertet - ein Umstand, der an den Marktüberschwang des Jahres 2017 erinnere, so die Banker.

Laut Bloomberg kommen die Analysten von JP Morgan zu dem Schluss, nachdem sie den Bitcoin wie einen herkömmlichen Rohstoff bewertet haben, über eine Kalkulation der Produktionskosten also. Dabei seien Inputs wie die geschätzte, zur Bitcoin-Herstellung erforderliche Computer-Kapazität, die Stromkosten sowie die Energieeffizienz der verwendeten Hardware in die Kalkulation eingeflossen.

In den vergangenen Tagen sei der Bitcoin-Preis deutlich über den inneren Wert der Krypto-Währung hinausgeschossen, zitiert Bloomberg die Experten von JP Morgan. Diese Differenz erinnere an den Höhenflug im Jahr 2017 - und seinerzeit sei das Ungleichgewicht schließlich durch einen heftigen Preisrückgang korrigiert worden.


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Tatsächlich stieg der Bitcoin-Preis, der Anfang 2017 noch bei 1000 Dollar gelegen hatte, bis zum Ende jenes Jahres auf Werte von mehr als 19.000 Dollar. Dann platzte die Spekulationsblase und der Preis stürzte in den folgenden Monaten auf 4000 Dollar und weniger.

Ausgehend von diesem Tief hat sich der Bitcoin-Preis bis heute also bereits wieder mehr als verdoppelt. Ist die aktuelle Bitcoin-Rallye damit also bereits wieder entzaubert? Zwar lassen sich einige Argumente finden, die dafür sprechen, dass der Bitcoin und andere Krypto-Währungen wieder stärkeres Interesse bei Investoren finden. Beispielsweise wenden sich immer mehr institutionelle Investmenthäuser dem Krypto-Thema zu. Zudem findet der Bitcoin Börsen-Chart zeigen auch in der realen Wirtschaft vermehrt Verwendung.


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Kritische Stimmen kommen auf der anderen Seite keineswegs ausschließlich aus dem Hause JP Morgan. Beobachter mahnen beispielsweise an, dass ein Großteil des Bitcoin-Handels gegenwärtig auf der Krypto-Währung Tether basiere. Letztere ist in der jüngeren Vergangenheit ins Zwielicht geraten, unter anderem, weil die New Yorker Staatsanwaltschaft wegen dubioser Finanztransfers in dreistelliger Millionenhöhe gegen Tether-Verantwortliche ermittelt. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zwar zurück. Alle Zweifel sind damit aber nicht ausgeräumt - und damit auch nicht alle Bedenken bezüglich der Solidität des jüngsten Bitcoin-Aufschwungs.

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