Donnerstag, 22. August 2019

Aufstieg und Fall eines Hedgefonds-Milliardärs John Paulson - einmal Finanz-Olymp und zurück

Milliarden-Einkommen: Diese Hedgefonds-Manager verdienten zuletzt am meisten
DPA

Die Hedgefonds-Branche gehört nach wie vor zum eher verschwiegenen Teil des Finanzmarktes: Was die Firmen nicht publik machen wollen, gelangt in der Regel auch nicht an die Öffentlichkeit. Das gilt auch für Informationen über die Köpfe der großen Hedgefonds-Firmen.

Ein Mann allerdings hat es in diesem Metier in den vergangenen Jahren zu besonderer Prominenz gebracht: John Paulson. Der Gründer und Chef der Finanzfirma Paulson & Company sorgte für Schlagzeilen, weil er Mitte des vergangenen Jahrzehnts frühzeitig und im großen Stil auf den Einbruch am US-Immobilienmarkt und das Platzen der Hypothekenfinanzierungen vieler weniger gut betuchter US-Amerikaner gewettet hatte.

Als die Subprime-Krise und daraufhin die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 dann tatsächlich ausbrachen, machte Paulson mit seinen Investments einen Gewinn von angeblich rund 15 Milliarden Dollar. Beinahe vier Milliarden soll Paulson dabei persönlich eingestrichen haben - allerdings nicht unbedingt auf ganz lautere Art und Weise: Die Geschäfte, die Paulson in dem Zusammenhang unter dem Kennwort "Abacus" mit der US-Bank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen gemacht hatte, wurden später unter Betrugsverdacht vor Gericht untersucht. Die Bank zahlte schließlich eine hohe Strafe - und der New Yorker Finanzjongleur und mehrfache Milliardär ist seither auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Was jedoch viele nicht so aufmerksam verfolgt haben dürften: Seit dieser Zeit lief es für Paulson im Finanzgeschäft alles andere als erfreulich. Nach dem Erfolg mit den Hypothekenpapieren sei die Performance des Hedgefonds-Managers zunehmend holprig geworden, schreibt beispielsweise die "New York Times" in einem umfangreichen Artikel über den Abstieg Paulsons aus dem Finanz-Olymp. In jüngerer Zeit machte der Investmentprofi seinen Kunden demnach nur noch wenig Freude.

Miese Performance und unzufriedene Investoren

Laut "New York Times" schrumpfte das verwaltete Vermögen von Paulson & Company binnen weniger Jahre von 36 Milliarden Dollar auf gegenwärtig nur noch rund zehn Milliarden. Paulson habe mit verschiedenen großen Investments beispielsweise in der Pharmabranche daneben gelegen, was seinen wichtigsten Fonds herbe Verluste eingebrockt habe, so die "Times". Paulson selbst ist laut "Forbes" allerdings nach wie vor knapp acht Milliarden Dollar schwer.

Allein zwei Milliarden Dollar verlor Paulson dem Bericht zufolge durch eine unglückliche Wette auf den US-Pharmariesen Valeant, bei dem sein nicht weniger berühmter Kollege Bill Ackman allerdings einen noch größeren Verlust von rund vier Milliarden Dollar verkraften musste. Paulsons Flaggschiff, der Advantage Fund, landete zudem drei Jahre in Folge mit zweistelligen Prozentwerten im roten Bereich. Investoren zögen zum Teil bereits seit geraumer Zeit Geld ab, so die "Times".

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