Mehr Aktien, mehr Private-Equity Hedgefonds adé - Superreiche wenden sich Private-Equity zu

Läuft in St. Moritz: Die Superreichen weltweit konnten sich zuletzt über hübsche Renditen freuen, zeigt die UBS-Studie

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Die besonders vermögenden Privatinvestoren rund um den Globus konnten sich im vergangenen Jahr über eine erhebliche Verbesserung ihrer Anlageergebnisse freuen. Wie die UBS gemeinsam mit dem Analysehaus Campden Research in einer umfangreichen Studie ermittelt hat, stieg die Rendite von Family Offices weltweit 2016 auf durchschnittlich 7 Prozent. Im Jahr zuvor hatte die Performance noch bei mageren 0,3 Prozent gelegen, so die Untersuchung.

Basis für die erfreuliche Entwicklung war UBS und Campden Research zufolge vor allem der Aufschwung an den Aktienmärkten. Die Superreichen vergrößerten das Gewicht dieser Assetklasse in den vergangenen zwölf Monaten in ihren Depots nochmals. Inzwischen beträgt der Anteil der Aktien an einem durchschnittlichen Family-Office-Portfolio der Studie zufolge rund 27 Prozent. Aktien sind damit die mit Abstand wichtigste Assetklasse für Milionäre und Milliardäre. Zudem profitierte die betuchte Klientel stark von erfolgreichen Private-Equity-Investments, so die Untersuchung.

Ein Anlagetyp, der dagegen bei Superreichen immer weiter ins Hintertreffen gerät, sind Hedgefonds. Wie die UBS sowie Campden Research herausgefunden haben, sank der Anteil dieser Fonds in den Portfolios im vergangenen Jahr erneut auf inzwischen nur noch7,1 Prozent. 30 Prozent der untersuchten weit mehr als 200 Family Offices planen zudem, ihren Hedgefonds-Anteil künftig weiter zu reduzieren.

Auch die reichsten Menschen der Welt haben offenbar kein Geld zu verschenken: Hedgefonds leiden seit geraumer Zeit generell unter Mittelabflüssen, denn ihre hohen Gebühren stehen offensichtlich aus Sicht von immer mehr Anlegern in keinem vernünftigen Verhältnis zu den mittlerweile oft eher mageren Anlageergebnissen. Lediglich so genannte Quant-Fonds, Investmentvehikel also, die durch Computerprogramme gemanagt werden, erfreuen sich im Hedgefonds-Kosmos zurzeit zunehmender Beliebtheit.

Gebühren wie zu besten Zeiten der Hedgefonds

Hintergrund: Branchendaten zufolge konnten Hedgefonds im Schnitt in den vergangenen Jahren die Durchschnitts-Performance des Aktienmarktes, gemessen beispielsweise am breiten US-Index S&P 500, nicht schlagen. Dennoch verlangen die Fondsmanager weiterhin jene fürstliche Entlohnung, die sie in den vergangenen Jahren zum Teil bereits steinreich gemacht hat. Üblich ist in der Szene nach wie vor das Gebührenmodell "2/20", bei dem eine Basis-Managementgebühr von 2 Prozent pro Jahr berechnet wird, zuzüglich einer Performance-Vergütung von weiteren 20 Prozent. Investoren, die sich an einem Dach-Hedgefonds beteiligen, müssen diese Gelder sogar auf zwei Ebenen, also doppelt berappen.

Das Gebührenmodell, das heute vielen obsolet scheint, stammt noch aus der Blütezeit der Hedgefonds in den 1990er und 2000er Jahren. Allein in der Dekade von 1990 bis 2000 legten Hedgefonds im Schnitt um 17 Prozent zu, zitiert die Finanzinformationsplattform Bloomberg aus Daten des Analysehauses HFR. Die Fonds ließen damit selbst die haussierenden Aktienbörsen hinter sich und konnten viele Fans gewinnen.

Das neue Risiko im Portfolio der Milliardäre

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In der Folge schossen neue Hedgefonds vor allem an der New Yorker Wall Street wie Pilze aus dem Boden. Ende 2007 gab es weltweit mehr als 10.000 Hedgefonds, so Bloomberg.

Es folgte der Niedergang: Die Fonds konnten ihre Outperformance nicht halten, und viele von ihnen sind inzwischen wieder komplett von der Bildfläche verschwunden. Allein zwischen 2008 und 2016 wurden Bloomberg zufolge jährlich im Schnitt 33 Hedgefonds-Firmen aufgelöst.

Beliebter sind heute beispielsweise Indexfonds, die für Investoren deutlich kostengünstiger sind. Dafür bieten sie zwar wenig Hoffnung auf überschießende Renditen, stattdessen aber die Sicherheit, zumindest die durchschnittliche Marktperformance nicht zu verpassen. Zudem setzen auch die Superreichen laut Untersuchung von UBS und Campden Research verstärkt auf Private-Equity-Investments.

Letzteres ist allerdings nicht ganz ohne: Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass sich im Private-Equity-Markt möglicherwiese ähnliches entwickelt, wie in der Vergangenheit bei den Hedgefonds. Besonders erfreuliche Renditen zogen zuletzt viele Investmentgelder in diese Branche, und sorgten so für einen Boom. So zitiert Bloomberg Zahlen von Prequin, wonach zwischen 1980 und 2015 im Schnitt 220 neue Private Equity-Firmen pro Jahr entstanden seien. Allein im Jahr 2016 waren es jedoch beinahe 900 Neugründungen.

Ende 2016 gab es weltweit bereits mehr als 7000 Private-Equity-Unternehmen, so Bloomberg. Kaum vorstellbar, dass jede davon auch künftig jene attraktiven Renditen erzielen kann, mit denen die Branche in der Vergangenheit ihre Kunden erfreute. Schließlich wurden durch die vielen Investments der vergangenen Jahre die Preise in diesem Bereich bereits erheblich in die Höhe getrieben.

Gut möglich also, dass die Liebe der Investoren zum Private-Equity irgendwann in Zukunft ähnlich unglücklich endet, wie jene zu den Hedgefonds.

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