Dividende verzehnfacht Hapag Lloyd schüttet 6,2 Milliarden Euro an Aktionäre aus

Die Reederei Hapag Lloyd schüttet die Rekorddividende von sechs Milliarden Euro aus. Die Großaktionäre, die Stadt Hamburg und der Logistik-Konzern Kühne + Nagel, profitieren vom Boom im Transportgewerbe.
Beste Geschäfte mit Containern: Die Reederei Hapag Lloyd profitierte im vergangenen Jahr von extrem hohen Frachtraten

Beste Geschäfte mit Containern: Die Reederei Hapag Lloyd profitierte im vergangenen Jahr von extrem hohen Frachtraten

Foto: Fabian Bimmer / REUTERS

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd verzehnfacht angesichts der sprudelnden Gewinne in der Containerschifffahrt ihre Dividende. Für das Geschäftsjahr 2021 sollen die Aktionäre 35 Euro je Aktie erhalten, nach 3,50 Euro im Jahr zuvor, teilte die Hapag-Lloyd AG am Freitag mit . Der Dividendenvorschlag des Vorstands bedarf formal noch der Zustimmung des Aufsichtsrats sowie später der Hauptversammlung. Die Gesamtausschüttung wird mit 6,2 (Vorjahr: 0,6) Milliarden Euro angegeben.

Hapag-Lloyd hat 2021 auf Basis vorläufiger Zahlen mit einem Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 9,4 Milliarden Euro abgeschlossen, nach 1,3 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Die vollständigen Jahreszahlen sollen am 10. März veröffentlicht werden. Wesentlicher Treibstoff für die Gewinnexplosion 2021 sind die enorm gestiegenen Preise - im Branchenjargon Frachtraten - für Transporte auf See, die angesichts knapper Kapazitäten und gestörter Lieferketten die Gewinne aller Container-Reedereien in diesem Jahr durch die Decke gehen lassen.

Ein Profiteur des Erfolgs von Hapag Lloyd ist zweifelsohne die Stadt Hamburg. Die Hansestadt ist drittgrößter Aktionär von Hapag-Lloyd. Über die städtische Holding HGV (Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement) ist sie derzeit mit 13,9 Prozent an der Reederei beteiligt. Damit dürfte von der Dividendensumme von Hapag-Lloyd ein Anteil von rund 860 Millionen Euro auf die Stadt entfallen. Jeweils weitere 30 Prozent der Aktien befinden sich im Besitz der chilenischen Reederei CSAV und der Kühne Holding AG, an die nun jeweils rund zwei Milliarden Euro fließen werden.

Aus den Reihen der Opposition wird in Hamburg immer wieder die Forderung laut, die Stadt solle angesichts des stark gestiegenen Kurses der Hapag-Lloyd-Aktie ihre Beteiligung versilbern. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) weist dies stets zurück - auch unter Hinweis auf die zu erwartenden Dividenden.

rei/dpa-afx
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